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Das Beileid persönlich bekunden

Kondoliere ich einem Menschen zu seinem Todesfall, so lasse ich mich damit auf seine außergewöhnliche Lebenssituation ein. Begegne ich dem von einem Todesfall Betroffenen, spreche ich ihm "meine Anteilnahme", "mein Mitgefühl" aus. Ich vergewissere ihn "meiner Anteilnahme", "meines Mitgefühls". Das geschieht, je nach der Intensität der Beziehung, emotional relativiert, beispielsweise: "Mein Beileid", "Ich versichere Sie meines Mitgefühls", "Seien Sie meiner herzlichen Anteilnahme gewiss", "Mein herzliches Beileid".

In der radikalen Infragestellung des Lebens eines anderen Menschen empfiehlt sich nur eine Kondolenz, die eine formelle Solidarität zulässt. Durch dieses Zusammengehörigkeitsgefühl wird vermieden, dass die Trauer derer, die den Tod eines Menschen beklagen, durch die eigenen Traurigkeiten der Kondolierenden überfremdet wird. Zunächst wird das Todesereignis realisiert.

Telefonisch zu kondolieren ist nur bei sehr nahe stehenden Menschen angebracht. Wenn es gar nicht anders geht. Doch dabei ist es wichtig, behutsam nachzufragen, sich selbst erst einmal über das ganze Ausmaß des Todesfalls ein Bild zu machen und einfühlsam zu kondolieren.

An die Stelle der nur wenig besagenden Redensart "Kann ich dir irgendwie helfen?", die durchaus eine generelle Bereitschaft ausdrückt und die Nähe betont, kann die vorher überlegte und sehr direkte Frage treten: "Möchtest du, dass ich zu dir komme? ... mit dir weine? ... mit dir klage?... mit dir bete?".

Das konkrete Angebot kann sich auch auf eine Totenwache des im Trauerhaus aufgebahrten Verstorbenen beziehen. Sie kann sich mit einem gemeinsamen Besuch des Toten in der Leichenhalle, in der Kirche oder im Bestattungsinstitut verbinden.

Weitere Gelegenheiten, mündlich zu kondolieren, ergeben sich auf dem Friedhof nach dem Trauergottesdienst oder nach der weltlichen Trauerfeier, am Grab oder später beim Trauermahl.

Lesen Sie anknüpfend an diesen auch den folgenden Artikel:
 "Einen Kondolenzbesuch machen"

Quelle: "Herzliches Beileid. Ein kleiner Knigge für Trauerfälle" von Klaus Dirschauer

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