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Diskussion um Abschaffung des Friedhofszwangs in Schleswig-Holstein

Piraten-Fraktion will am Mittwoch aktuelle Umfrage zum Thema vorstellen | | 0 Kommentare |

Der schleswig-holsteinische Landtag wird nächste Woche in freier Abstimmung (ohne Fraktionszwang) über die Initiative der Piraten zur Liberalisierung des Bestattungsrechts entscheiden. Deutschlandweit erstmals soll jeder Bürger seinen Angehörigen die Aufbewahrung der Urne zuhause und das Verstreuen der Asche gestatten können.

Die Piratenfraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag hat zum Thema eine repräsentative Meinungsumfrage in Auftrag gegeben, um den Willen der Bürger in dieser Frage zu erheben. Die Ergebnisse werden am Mittwoch, dem 18. Januar, in einem Pressegespräch im Kieler Landtag vom Fraktionsvorsitzenden Dr. Patrick Breyer sowie dem Abgeordneten Uli König vorgestellt.

Hintergrund ist ein Gesetzentwurf der Piratenfraktion zur Liberalisierung des Bestattungsrechts und gegen den Friedhofszwang für Urnen, der bereits im Innen- und Rechtsausschuss beraten wurde. Dazu sagte der Fraktionsvorsitzende der Piraten, Dr. Patrick Breyer: "Jeder Mensch hat ein Recht auf Selbstbestimmung auch über seine sterblichen Überreste. Mit der Bevormundung der Bürger noch über den Tod hinaus muss Schluss sein!"

Drei Punkte wollen die Piraten ändern: Wer eine Einäscherung möchte, soll seinen Angehörigen schriftlich erlauben dürfen, die Urne vor der Bestattung für bis zu zwei Jahre in ihrer Wohnung aufzubewahren. Das Verstreuen der Asche außerhalb von Friedhöfen, wie z.B. im eigenen Garten, soll in Zukunft möglich werden, wenn die verstorbene Person dies schriftlich verfügt hat. Und Muslimen und Juden soll - zur Verhinderung von Sterbetourismus - eine traditionsgemäße Bestattung schon am Folgetag des Todes ermöglicht werden, wenn die Leichenschau durchgeführt worden ist.

Quelle: Pressemitteilung der Piratenfraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag

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