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Umbettung

Umbettung
Unter Umbettung versteht man die Verlagerung der Überreste von bestatteten Toten (Leichen wie Ascheresten) an einen anderen Bestattungsort.

Die Umbettung besteht damit aus zwei Akten: der Ausgrabung (Exhumierung) des Leichnams oder der Urne sowie der Wiederbeisetzung dieser Überreste. Einfacher zu handhaben und deshalb auch häufiger sind Urnenumbettungen, da das Material der Aschekapseln und der (Über- bzw. Schmuck-)Urnen in der Regel auch nach mehreren Jahren bei der Ausgrabung relativ intakt ist und keine vollständige Zersetzung stattgefunden hat.

Umbettungen finden statt aufgrund eines Antrags von Hinterbliebenen, auf behördliche oder gerichtliche Anordnung sowie in besonderen Fällen von Amts wegen. Anlässe für Umbettungen sind:

  • Die gewünschte Zusammenführung von an/in verschiedenen Orten/Gräbern bestatteten Familienangehörigen.
  • Die zentrale Bestattung von (zunächst nur notdürftig begrabenen) Kriegsopfern zum Beispiel auf einem Soldatenfriedhof.
  • Die geplante Schließung eines Friedhofes.
Eine Umbettung setzt die Genehmigung durch den Friedhofsträger (Kommune oder Kirchengemeinde) voraus, wobei teilweise auch die örtliche Ordnungsbehörde (Ordnungsamt) und das Gesundheitsamt zu beteiligen sind. Die hierfür geltenden rechtlichen Regelungen finden sich in den Bestattungsgesetzen der einzelnen Bundesländer. Die Bestimmungen über die eigentliche Durchführung der Umbettung sind in der jeweiligen Friedhofsordnung festgelegt.

Die Genehmigung wird im Allgemeinen nur erteilt, wenn die Umbettung im öffentlichen Interesse liegt, da die Totenruhe des Verstorbenen nicht gestört werden soll. Von der Rechtsprechung wird dabei ein "wichtiger Grund" verlangt. Ein Umzug aufgrund veränderter Lebensumstände wie altersbedingter Gesundheitsverschlechterungen oder der Wunsch, den Lebensabend bei den Kindern zu verbringen, stellen üblicherweise für sich genommen keinen wichtigen Grund für eine Umbettung - zum Beispiel des verstorbenen Ehepartners - dar. Besser stehen die Chancen dann, wenn nachgewiesen werden kann, dass der Verstorbene ein anderes Grab bzw. einen anderen Ort für seine Beisetzung gewünscht hat.

Das Thema Umbettung hat in den letzten Jahren an Brisanz gewonnen. Aufgrund der zunehmenden Mobilität steigt die Zahl derer, die das Andenken an ihre Verstorbenen nicht vor Ort pflegen können. Umzüge, zum Beispiel aus beruflichen oder altersbedingten Gründen, sind keine Seltenheit. Viele Familien leben nicht mehr gemeinsam an einem Ort, das Grab der Eltern, des Ehemannes oder anderer Verwandter ist vielleicht hunderte Kilometer entfernt. Doch vielen Menschen bedeutet ein Grab vor Ort und die Nähe zum Verstorbenen sehr viel und sie möchten es an ihrem Wohnort besuchen und auch pflegen können. Die Rechtsprechung hat darauf leider bisher kaum reagiert.

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