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Die Energiewende auf dem Friedhof - Erzeugung und Nutzung regenerativer Energien auf Friedhofsfreiflächen

Kurzbeschreibung: Auf deutschen Friedhöfen werden ungefähr 15.000 Hektar nicht mehr für Bestattungen benötigt. Seit Jahren geht der Trend hin zu kleinen Urnengräbern. Die entstandenen Freiflächen verursachen weiterhin Kosten für die Pflege und belasten die Haushalte der Friedhöfe. Vor diesem Hintergrund beschreibt der Landschaftsarchitekt Andreas Morgenroth in seiner vorliegenden Arbeit die heutigen und zukünftigen Rahmenbedingungen und zeigt Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Energien auf Friedhöfen auf, die auch die Gebühren sinken lassen könnten.

Die Arbeit schildert neben der Ausgangslage die Motivation für die Nutzung erneuerbarer Energien. Dazu betrachtet der Autor die derzeitige Energiesituation von Friedhöfen. Er stellt die Rahmenbedingungen der Energiewende dar und geht auf Nachhaltigkeitsaspekte der Friedhofsbewirtschaftung ein, wobei er die speziellen friedhofskulturellen Belange berücksichtigt. Morgenroth erläutert verschiedene Optionen der Erzeugung und Nutzung von erneuerbaren Energien und beschreibt Friedhofsfreiflächen als dafür prädestiniert.

Aufgrund steigender Unterhaltungskosten bestünde ein erheblicher Handlungsdruck, Nutzungsoptionen für diese nicht genutzten Flächen zu entwickeln. Insofern diene regenerative Energieerzeugung auf ungenutzten Friedhofsflächen auch der Freiflächensicherung und somit dem Schutz vor Baulandausweisung – sonst eine häufige Folgenutzung für städtische Brachen. Mit der Erschließung der energetischen Potenziale würden sich somit weitere Ziele nachhaltiger Stadtplanung verknüpfen.

Werden erneuerbare Energieressourcen eines Friedhofs optimal genutzt, könnte neben der weitgehenden Eigenversorgung vielfach auch eine Einspeisung in ein Nahwärmenetz möglich sein. Die daraus resultierende Einsparung fossiler Brennstoffe wird als „signifikant“ beschrieben.

Morgenroth kommt unter Abwägung friedhofskultureller, ökologischer und ökonomischer Aspekte zu dem Ergebnis, dass eine Inwertsetzung dauerhaft nutzungsrechtsfreier Grabfelder durch regenerative Energieträger möglich, sinnvoll und auch geboten ist. Er dokumentiert, dass Friedhöfe ein beträchtliches Flächenpotenzial darstellen, das für die Bereitstellung erneuerbarer Energien genutzt werden kann. Die dargestellten Nutzungsoptionen umfassen innovative und kreative friedhofsspezifische Lösungen, sie gelten aber als technologisch ausgereift.

Morgenroth plädiert für eine den neuen Herausforderungen gegenüber angepasste Friedhofsbewirtschaftung, bei der energetische Aspekte und alle Möglichkeiten regenerativer Energieerzeugung nach dem neuesten Stand der Technik angemessen berücksichtigt werden. Er hofft, dass sich mit regenerativ erzeugter Energie vom Friedhof eine Stärkung der öffentlichen Wahrnehmung und Wertschätzung verbindet, die der Friedhofskultur insgesamt nützen würde.

Autor/en:  Andreas Morgenroth

Kontakt:
Andreas Morgenroth


Art der Arbeit: Forschungsarbeit
Erscheinungsdatum: Mai 2012
Erscheinungsort: Königswinter
Wissenschaftliche Betreuer: 

Download der kompletten Arbeit: Hier PDF-Datei herunterladen