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Wer zahlt die Bestattungskosten?

Kostenübernahme und Erbe

Eine Bestattung kostet viel Geld, meist mehrere Tausend Euro. Es stellt sich die Frage, wer für die Bestattung eines verstorbenen Verwandten zahlen muss. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) beantwortet diese Frage an mehreren Stellen, die wichtigste Vorschrift ist § 1968. Danach gilt: "Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers." Dies gilt sowohl bei Vorliegen eines Testaments als auch dann, wenn ein solches fehlt und die gesetzliche Erbfolge eintritt. Sollten mehrere Personen als Erben berufen sein, so haben sie die Bestattungskosten gemeinschaftlich zu tragen.

Schlägt ein Erbe die Erbschaft aus, so fällt die Erbschaft demjenigen zu, der berufen sein würde, wenn der Ausschlagende zur Zeit des Erbfalles nicht gelebt hätte. Mit wirksamer Ausschlagung (Frist: sechs Wochen) entfällt grundsätzlich die Pflicht, die Bestattung zu bezahlen. Zu beachten ist jedoch, dass wer als Ehegatte, Sohn oder Tochter des Verstorbenen das Erbe ausschlägt doch zur Tragung der Kosten herangezogen werden kann. Diese ungewollte Folge tritt dann ein, wenn alle infrage kommenden Personen das Erbe ausgeschlagen haben und sich auch niemand bereit erklärt, die Bestattung zu übernehmen. In diesen Fällen führt die Stadt oder Gemeinde die Bestattung als ordnungsrechtliche Maßnahme durch und verlangt den Ausgleich der entstandenen Kosten von demjenigen, der eigentlich die Bestattung hätte veranlassen müssen. Dies sind in erster Linie die überlebenden Ehegatten oder die Kinder des Verstorbenen.

Wer als Erbe die Bestattungskosten zu tragen hat, kann sich nicht ohne Weiteres auf die zu geringe Höhe der Erbschaft berufen. Hat er selbst die Bestattung durchführen lassen, haftet er selbstverständlich gegenüber seinen Vertragspartnern (Bestatter, Steinmetz, Friedhofsverwaltung, Gärtnerei usw.). Aber auch dann, wenn ein Nicht-Erbe die Bestattung hat durchführen lassen, kann sich der Erbe als Kostentragungspflichtiger nicht darauf stützen, das Erbe würde für die Kosten nicht ausreichen. Eine Beschränkung auf den Nachlass ist nur bei Anordnung einer Nachlassverwaltung oder bei der Eröffnung eines Nachlassinsolvenzverfahrens möglich.

Im Falle einer schuldhaften vorsätzlichen oder fahrlässigen Tötung des Verstorbenen (zum Beispiel durch einen Unfall) ist der Verantwortliche verpflichtet, die Kosten der Bestattung dem Erben zu erstatten (§ 844 Abs. 1 BGB).

Der Erbe ist vorrangig verpflichtet, für die Kosten der Bestattung aufzukommen. Dies gilt auch dann, wenn er nach den jeweiligen Landes-Bestattungsgesetzes nicht für die ordnungsgemäße Bestattung des Verstorbenen zu sorgen hat.

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