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Nur noch jeder Zweite wünscht eine traditionelle Bestattung

Aeternitas und Infratest fragten nach den Bestattungswünschen der Bundesbürger | 21.03.2007 |

51 Prozent der Bundesbürger wünschen sich für die eigene Beisetzung das übliche Erd- oder Urnengrab. Das ergab eine repräsentative Studie von TNS Infratest im Auftrag von Aeternitas. Damit zeigt sich ein klarer Trend weg von den klassischen Bestattungsformen. 1998 betrug der Anteil noch 87 Prozent (Aeternitas /Emnid 1998), 2004 noch 62 Prozent (Aeternitas / Emnid 2004). Die Dynamik der Bestattungskultur ist also ungebrochen.

Trotz der deutlichen Tendenz zu Abkehr von den klassischen Bestattungsformen sähen nur 8,9 Prozent der Bundesbürger in einer anonymen Bestattung eine Alternative. Hier steigt die Zustimmungsrate mit zunehmendem Alter und der Größe der Ortschaften. Stellt man jedoch die Frage, was für die eigene Bestattung wichtig ist und erwähnt dabei die günstigen Kosten eines anonymen Grabes, können sich schon 21,4 Prozent diese Variante vorstellen.

16,1 Prozent aller Bundesbürger können sich eine moderne Bestattungsform vorstellen. Sie interessieren sich besonders für die Baumbestattung (außerhalb eines Friedhofs 45,5 Prozent, innerhalb 39,8 Prozent) und die Verstreuung der eigenen Asche (außerhalb eines Friedhofs 45,6 Prozent, innerhalb 22,7 Prozent). Andere Möglichkeiten wie die Urnenaufbewahrung zuhause, die Urnenbeisetzung im eigenen Garten wählen jeweils etwa ein Drittel aus dieser Gruppe als mögliche Option (Mehrfachnennungen waren hier möglich).

Festzuhalten ist angesichts der Umfrageergebnisse, dass besonders in der Gruppe derer, die an eine moderne Bestattungsform denken, ein großes Maß an Unentschlossenheit herrscht. "Die entscheidungsfreudigen Bürger können von Anbietern neuer, aber auch traditioneller Bestattungsformen durch eine wirksame Kommunikation gewonnen werden", sagt dazu Hermann Weber, Vorsitzender der Verbraucherinitiative Bestattungskultur, und ergänzt: "Sie sind wenig gefestigt in ihrer Erwartung und empfänglich für gute Argumente."

60,6 Prozent der Bundesbürger wollen nicht mehr als insgesamt 4.000 Euro für eine Bestattung (Grabstelle, Bestatter, Steinmetz und Friedhofsgärtner) ausgeben. Ein starkes Gefälle zeigt sich zwischen Ost- und Westdeutschland. 57,4 Prozent der West-, aber immerhin 73,6 Prozent der Ostdeutschen wollen hier nicht mehr investieren. Angesichts der Tatsache, dass eine Bestattung in Deutschland mit durchschnittlich 5.000 Euro zu Buche schlägt, zeigt sich, dass die Menschen in ganz Deutschland die Kosten immer noch zu niedrig einschätzen.

Etwa sieben von zehn Bundesbürgern besuchen mindestens einmal pro Jahr einen Friedhof. Nur 16,4 Prozent gaben an, nie einen Friedhof zu besuchen. Lässt man die Teilnahme an einer Beerdigung mal außer Acht, ist für den größten Teil der Friedhofsbesucher, nämlich 88,6 Prozent, der Besuch oder die Pflege einer Grabstätte immer noch der Hauptgrund für den Friedhofsbesuch. Immerhin 24% besuchen den Friedhof, um die ruhige Parkanlage zu genießen, 8,2 Prozent wegen der Kontakte zu anderen Menschen und 18,7% sind interessiert an historischen Bauten und Grabmälern (Mehrfachnennungen waren möglich).

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  Grafik: So wollen die Bundesbürger bestattet werden ( 34 Kb )
  Grafik: Diese modernen Bestattungsformen werden bevorzugt ( 34 Kb )
  Grafik: Ausgabebereitschaft der Bundesbürger im Trauerfall ( 70 Kb )
  Grafik: Häufigkeit von Friedhofsbesuchen ( 78 Kb )