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Viele Bundesbürger unterschätzen Bestattungskosten

Ausgabebereitschaft nimmt aber zu | 12.11.2013 |

Die Hälfte der Deutschen möchte bei einem Trauerfall nicht mehr als 4.000 Euro ausgeben. Anscheinend unterschätzen viele Menschen die hohen Kosten einer Bestattung - auch wenn die Ausgabebereitschaft in den letzten Jahren gestiegen ist.

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag von Aeternitas hat ergeben, dass die Hälfte der Bundesbürger nur bis zu 4.000 Euro für eine Bestattung ausgeben möchte. Gefragt wurde nach der Ausgabebereitschaft für die Gesamtkosten: für Friedhof, Bestatter, Friedhofsgärtner und Steinmetz zusammen - ohne spätere Grabpflege. "4.000 Euro sind auf den ersten Blick viel Geld, doch für die Kosten einer Bestattung häufig zu wenig", erklärt dazu der Aeternitas-Vorsitzende Christoph Keldenich.

Eine günstige Feuerbestattung mit Urnenbeisetzung - abgesehen von besonders billigen Discountangeboten mit anonymer Beisetzung - ist für 2.000 bis 3.000 Euro zu haben. Enthalten sind dann die wichtigsten Leistungen des Bestatters und die Kosten für Einäscherung und Grabstätte. Kommen aber zum Beispiel höhere Überführungskosten, Trauerfeier und Grabmal hinzu, reichen 4.000 Euro schon selten aus.

Aeternitas rechnet, wie auch die Stiftung Warentest in ihrem Sonderheft "test Spezial: Bestattung", mit durchschnittlichen Gesamtkosten von 6.000 Euro. Auch Summen von 10.000 Euro und mehr sind mit einem hochwertigen Sarg, einem gut besuchten Trauermahl, den Gebühren für ein Familiengrab und einem aufwendigen Grabstein schnell erreicht - ohne dass diese Bestattung besonders exklusiv sein müsste. "Immer wieder ist das Erstaunen groß, wenn Hinterbliebene mit den Gesamtkosten konfrontiert werden", sagt Keldenich. Auch dass immerhin jeder Achte keine Angaben zu seiner Ausgabebereitschaft machen kann oder will, deutet auf Unkenntnis in diesem Bereich hin.

Die Ausgabebereitschaft hat jedoch zugenommen. Seit einer Aeternitas-Umfrage von 2007 ist die Zahl derer, die nur bis zu 2.000 Euro ausgeben wollen, von 29 Prozent auf 16 Prozent gesunken. Mehr Menschen scheint bewusst zu sein, dass sie für Gesamtkosten von unter 2.000 Euro nicht viel erwarten können. Die Zahl derer, die mehr als 4.000 Euro auszugeben bereit wären, ist seit 2007 von 28 auf 38 Prozent gestiegen. Aeternitas führt dies unter anderem darauf zurück, dass zunehmend über Preise gesprochen wird und die Menschen besser über Bestattungskosten Bescheid wissen.

Für die Meinungsumfrage befragte das Institut TNS-Emnid im Auftrag der Verbraucherinitiative Aeternitas im Frühjahr 2013 eine repräsentative Auswahl von 1.005 Bundesbürgern über 14 Jahren.

Die Umfrageergebnisse im Einzelnen finden Sie hier auf der Aeternitas-Webseite als PDF-Dateien.

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Dateien zu diesem Artikel zum Download:
  Grafik Ausgabebereitschaft 2007 (PDF) ( 69 Kb )
  Grafik Ausgabebereitschaft 2007 zu 2013 (PDF) ( 70 Kb )
  Grafik Ausgabebereitschaft 2013 (PDF) ( 116 Kb )