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Verbraucherinitiative Aeternitas fordert Schonvermögen bis 5.000 Euro

Würdige Bestattung muss möglich sein | 07.09.2004 |

Ältere Menschen sparen über Vorsorgeverträge im Durchschnitt 5.000 Euro für ihre letzte Ruhestätte. Wer dann So-zialhilfeempfänger wird, muss mit einer Pfändung rechnen. Die Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas fordert Schonvermögen für die würdige Bestattung.

Vorsorge für eine angemessene, würdige Bestattung und deren Finanzierung treffen 65 Prozent der gesamten Bevölkerung. Bei den über 60-Jährigen sogar über 80 Prozent, wie die EMNID-Studie 2004, erstellt im Auftrag von Aeternitas, der Verbraucherinitiative Bestattungskultur, zeigt. Vor allem Geringverdiener zahlen trotz aller Sparzwänge jahrelang die Beiträge für Sterbegeldversicherungen und Bestattungsvorsorgeverträge. Der würdige Abschied ist ihnen wichtig.

Gefahr droht der gesicherten Beerdigung, wenn die Vorsorgenden zu Hilfsbedürftigen werden. Versicherungsverträge können durch die Arbeitsagenturen oder das Sozialamt im Rahmen von Arbeitslosengeld II oder der Sozialhilfe aufgelöst werden. Die Hilfebedürftigen haben nur wenige Möglichkeiten, die eigene Finanzierung zur Bestattungsvorsorge zu schützen.

Aeternitas fordert, dass eine allgemeingültige Regelung durch den Gesetzgeber gefunden wird. Ein Teil des Barvermögens oder bestehende Sterbegeldversicherungsverträge sollen für die private Bestattungsvorsorge vor der Auflösung durch die öffentliche Hand geschützt werden. Dafür sprechen folgende Gründe:
1. Die private Bestattungsvorsorge entspricht den Bedürfnissen der Menschen, die verantwortlich für ihre eigene Beisetzung nach ihren Vorstellungen vorsorgen wollen. Sie fallen da-durch weder ihrer eigenen noch der folgenden Generation zur Last.
2. Die Vorsorge für den eigenen Todesfall ist ein Ausdruck des selbstbestimmten Handelns und damit der postmortalen Menschenwürde. Sie steht unter dem besonderen Schutz des Staates.
3. Die öffentliche Hand müsste nach der Auflösung der Vorsorgeverträge ohnehin die Bestattungskosten tragen. Ein Spareffekt durch die Auflösung ist nicht zu sehen.
4. Sterbegeldversicherungen werden ausschließlich auf den Todesfall ausgezahlt. Im Gegensatz zu einer Lebensversicherung besteht kein Auszahlungszeitpunkt zu einem bestimmten Alter. Ein Missbrauch von Sozialleistungen ist damit ausgeschlossen, da der Vorsorgende die Versicherungssumme nicht zu seinen Lebzeiten verwendet kann. In der Regel werden mit der Sterbegeldversicherung kleine Summen über geringe monatliche Beiträge abgedeckt. Weder die Monatsraten noch die Versicherungssumme an sich stellen einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung des täglichen Bedarfs dar.
5. Für andere Vermögensrücklagen zur Deckung der Bestattungskosten müsste dementsprechend eine Zweckbindungsklausel eingeführt werden, damit eine gewillkürte Umgehung oder eine Zweckentfremdung dieser Beträge ausgeschlossen ist.
6. Bei jeder Art der Bestattungssicherung sollte die Höhe der Versicherungssumme dem tatsächlichen Bedarf angepasst sein. Der Vorsorgebedarf liegt bei 3.000 Euro bis 5.000 Euro. In diesem Betrag sind sowohl die erforderlichen Kosten für eine angemessene Bestatterleistung, als auch die Gebühren für den Erwerb einer Grabstelle und die erstmalige Bepflanzung der Grabstelle enthalten.

Text: 2860 Zeichen, Abdruck honorarfrei,
Belegexemplar bitte an Aeternitas e.V.
Kontakt
Aeternitas e.V. Verbraucherinitiative Bestattungskultur
Dollendorfer Straße 72, 53639 Königswinter
Telefon 02244/92537, Fax 02244/925388
info@aeternitas.de, www.aeternitas.de


Pressereferent Alexander Helbach
Telefon 02244 / 925385, alexander.helbach@aeternitas.de


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