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Der Bestattungsfall - Sorgen Sie schon zu Lebzeiten vor

Interview mit Herrmann Weber, Vorsitzender von Aeternitas e.V. | 18.05.2007 |

Frage: Herr Weber, als Vorsitzender der Verbraucherinitiative für Bestattungskultur Aeternitas e.V. empfehlen Sie, frühzeitig eine persönliche Vorsorge für den Trauerfall zu treffen. Warum ist dies so wichtig?

Weber: Zum einen sollte man sich selbst bewusst machen, wie man von dieser Welt verabschiedet werden möchte. Welche Art der Bestattung wünscht man sich, wie soll die Trauerfeier gestaltet werden? Zum anderen ist an die Hinterbliebenen zu denken. Wenn möglichst viele Details im Vorfeld geklärt sind, haben sie mehr Zeit, bewusst Abschied zu nehmen und können sich sicher sein, dass alles nach den Wünschen des Verstorbenen abläuft.

Frage: Was kann denn der einzelne tun, wie kann ich selbst meine Bestattungswünsche formulieren?

Weber: Wir empfehlen, eine so genannte Bestattungsverfügung zu verfassen. Man kann darin schriftlich alle Details rund um die eigene Bestattung festlegen. Die Hinterbliebenen, die man in Gesprächen mit einbeziehen sollte, wissen dann, was zu tun ist. Wichtig ist, diese Bestattungsverfügung an einem Ort zu hinterlegen, wo sie im Sterbefall leicht aufgefunden wird, also am besten bei anderen wichtigen Dokumenten. Einen Vordruck für eine Bestattungsverfügung enthält unter anderem der von Aeternitas herausgegebene "Leitfaden für den Trauerfall".

Frage: Sie legen dem Verbraucher nahe, im Vorfeld auch eine finanzielle Absicherung der eigenen Bestattung in Angriff zu nehmen. Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten der finanziellen Vorsorge für den Bestattungsfall. Welche Variante empfehlen Sie?

Weber: Man kann in Eigenverantwortung mit wenig Aufwand schon zu Lebzeiten die Finanzierung einer Bestattung regeln. Ein bestimmter Betrag sollte zur Absicherung der Kosten hinterlegt werden, zum Beispiel auf einem dafür vorgesehenen Sparbuch mit Sperrvermerk. Verwendungszweck und Empfänger legt man sicherheitshalber fest, um Unklarheiten zu vermeiden. Die anfallenden Zinsen werden dem Sparbuch gutgeschrieben und dämpfen eventuelle Kostensteigerungen bei der Bestattung. Andere Möglichkeiten sind die Festlegung eines Anteils an einer Lebensversicherung zur Bestattungsvorsorge oder der Abschluss einer Sterbegeldversicherung. Bearbeitungsgebühren für Bestatter oder Treuhandstellen fallen nicht an.

Frage: Wenn eine Bestattungsverfügung vorliegt und eine finanzielle Vorsorge getroffen wurde, wer führt dann die Bestattung durch?

Weber: Organisiert wird die Bestattung dann von der oder den im Leitfaden benannten Vertrauensperson(en). Diese wenden sich entweder an den vom Verstorbenen gewünschten Bestatter oder wählen selbst einen qualifizierten Betrieb aus, dem sie das nötige Vertrauen entgegenbringen, einen gelungenen Abschied durchzuführen.