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Bayerische Bürger unterschätzen Bestattungskosten

Gewaltige Gebührenunterschiede auf den Friedhöfen | 24.07.2008 |

In Bayern bezahlen die Bürger bei einer Bestattung allein an Grabgebühren bis zu 1.700 Euro. Das ergaben aktuelle Untersuchungen von Aeternitas, der Verbraucherinitiative Bestattungskultur. Je nach den örtlichen Gegebenheiten betragen die gesamten Friedhofsgebühren inklusive der Beisetzungsgebühr bis zu 4.000 Euro. 54 Prozent der bayerischen Bürger wollen jedoch nicht mehr als 4.000 Euro für die Gesamtkosten einer Bestattung bezahlen, 27 Prozent sogar nur bis zu 2.000 Euro. Das war das Ergebnis eine Infratest-Umfrage im Auftrag von Aeternitas aus dem Jahr 2007.

Königswinter, 24.07.2008 – Die Mehrheit der Bayern muss mit unerwartet hohen Bestattungskosten rechnen. Neben den Grabgebühren erwarten die Bürger Gebühren für die Beisetzung und die Grabmalgenehmigung, eventuell auch für Sargträger und Trauerhalle. Darüber hinaus entstehen Kosten für den Bestatter, das Grabmal und die Trauerfeier. Die Gesamtsumme von 8.000 Euro ist schnell erreicht. Angesichts dieser hohen Kosten empfiehlt es sich, rechtzeitig für den Trauerfall zu planen. Eigenleistungen zum Beispiel bei der Gestaltung der Trauerfeier oder dem Versenden der Trauerkarten schonen den Geldbeutel.

Die Gebührenunterschiede auf den bayerischen Friedhöfen sind enorm, wie auch das bayerische Fernsehen in seiner Sendung "Geld und Leben" berichtete. Die Differenzen in Höhe von einigen hundert Prozent resultieren unter anderem aus der Topographie der Friedhöfe, unterschiedlich langen Ruhezeiten und der Qualität der Friedhofsgestaltung. Gebühren in größeren Städten sind üblicherweise höher als in kleineren Gemeinden. Gewaltige Unterschiede gibt es aber auch innerhalb der Städte. So bezahlen die Bürger bei einer Laufzeit von zehn Jahren in München zwischen 240 Euro Grabgebühr für das günstigste Urnengrab und 1.700 Euro für das teure Erdgrab.

Ein Grund für die wenig verbraucherfreundliche Höhe der Gebühren vieler Friedhöfe ist, dass die Gebührenzahler nach wie vor mit den Kosten für Naherholung, Klimaqualität und Denkmalschutz belastet werden. Dazu Hermann Weber, Vorsitzender von Aeternitas: "Die Gemeinden haben eine Verantwortung ihren Bürgern gegenüber und sind aufgefordert, die Gebühren auf ein Mindestmaß zu begrenzen. In den Friedhofsgebühren sollten nur Aufwendungen für Grab, Bestattung und Trauerfeier enthalten sein." So könnten die Gebühren um bis zu 20 Prozent sinken, vor allem in Großstädten.

Die abnehmende Zahl der Bestattungen, der Trend hin zu Platz sparenden Urnenbegräbnissen und die Not der Bürger, Kosten reduzieren zu müssen, haben auf Friedhöfen große Freiflächen entstehen lassen. Diese fallen dem Gebührenzahler zur Last, obwohl sie nicht mehr als Friedhof genutzt werden. Die Gebührengerechtigkeit gebietet, dass die öffentlichen Haushalte diese so genannten Überhangsflächen finanzieren. Kürzungen der öffentlichen Zuschüsse für die Friedhöfe erhöhen den Gebührendruck auf die Verbraucher.

Gebührenordnungen sind für den Normalbürger oft unverständlich. Die Friedhofsverwaltungen sind gefordert, klare und vom Verbraucher lesbare Preisangaben zu machen. Aeternitas rät den Bürgern, sich über die Summe der zu erwartenden Friedhofsgebühren genau zu informieren und angesichts vieler verschiedener Grabarten gezielt nach günstigen Angeboten zu fragen. Besteht der Verdacht, ein Gebührenbescheid sei ungerechtfertigt hoch, kann bei der jeweiligen Kommune Widerspruch eingelegt werden.


Dateien zu diesem Artikel zum Download:
  Grafik zu den erwarteten Bestattungskosten als pdf ( 34 Kb )
  Grafik Friedhofsgebühren als pdf ( 15 Kb )
  Pressemitteilung als pdf ( 19 Kb )