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Friedhofsgebühren sind häufig unangemessen hoch

Gebührensatzungen sind für den Bürger unverständlich | 05.08.2008 |

Aeternitas, die Verbraucherinitiative Bestattungskultur, weist seit Jahren darauf hin, dass die Transparenz bei der Kalkulation der Friedhofsgebühren häufig nicht gegeben ist. Die Gebührenordnungen selbst sind für den Normalbürger kaum verständlich. Als Laie ist es fast unmöglich, anhand dieser die voraussichtlichen Bestattungskosten zu ermitteln.

Die Differenz zwischen den Friedhofsgebühren deutscher Städte beträgt manchmal viele hundert Prozent. Das zeigt die Aeternitas-Gebührendatenbank, in der die Friedhofsgebühren von über 800 Städten erfasst sind. Zum gleichen Ergebnis kamen Gebührenstudien in Hessen und Nordrhein-Westfalen, die Aeternitas zusammen mit dem Bund der Steuerzahler 2005, bzw. 2006 durchgeführt hatte.

Der bayerische Rundfunk berichtete Ende Juli 2008 in der Sendung "Geld und Leben" über die Gebührenunterschiede in Bayern. Verglichen wurden in dem Beitrag exemplarisch die Preise in Landsberg (1.100 Euro) und Aichach (465 Euro). Gewaltige Unterschiede gibt es aber auch innerhalb der Städte. So bezahlen die Bürger bei einer Laufzeit von zehn Jahren in München zwischen 240 Euro Grabgebühr für das günstigste Urnengrab und 1.700 Euro für das teuerste Erdgrab.

Überkapazitäten belasten den Gebührenzahler. Die abnehmende Zahl der Bestattungen, der Trend hin zu Platz sparenden Urnenbegräbnissen und die Not der Bürger, Kosten reduzieren zu müssen, haben auf Friedhöfen große Freiflächen entstehen lassen. Diese fallen dem Gebührenzahler zur Last, obwohl sie nicht mehr als Friedhof genutzt werden. Die Gebührengerechtigkeit gebietet, dass die öffentlichen Haushalte diese so genannten Überhangsflächen finanzieren.

Ein weiterer Grund für die Höhe der Gebühren vieler Friedhöfe ist, dass die Gebührenzahler mit den Kosten für Naherholung, Klimaqualität und Denkmalschutz belastet werden. In den Friedhofsgebühren sollten jedoch nur Aufwendungen für Grab, Bestattung und Trauerfeier enthalten sein.

Viele Gemeinden habe es jahrelang versäumt, die Gebührenordnungen an die tatsächlichen Kosten anzupassen. Die Folge sind gewaltige Preissteigerungen, die den Kostendeckungsgrad der Friedhöfe erhöhen sollen.