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Sozial Schwache fürchten um würdige Bestattung

Zahl der Sozialbestattungen steigt seit Jahren | 22.10.2009 |

Immer mehr Menschen in Deutschland benötigen im Trauerfall staatliche Unterstützung bei den Bestattungskosten. Angesichts leerer Kassen wächst die Angst der Betroffenen vor einer anonymen Beisetzung. Aeternitas e. V., die Verbraucherinitiative Bestattungskultur, warnt davor, den Kostendruck an die Hinterbliebenen weiterzugeben.

Königswinter, 22.10.2009 - Die Ausgaben der Städte und Landkreise für Bestattungen steigen seit Jahren. Immer häufiger übernehmen Sozial- oder Ordnungsämter die Bestattungskosten, weil Hinterbliebene die Summe nicht aufbringen können oder Verstorbene kein ausreichendes Erbe hinterlassen. Die Gründe dafür liegen in der zunehmenden Zahl an Hartz-IV- Empfängern und geringen bzw. fehlenden Einkommen und Vermögen.

In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel stiegen die Ausgaben der öffentlichen Haushalte für Bestattungen von 6,6 Millionen Euro im Jahr 2005 auf 13,3 Millionen Euro im Jahr 2008. Sachsens Städte und Landkreise verzeichneten im gleichen Zeitraum einen Anstieg der Kosten von 1,8 Millionen Euro auf 2,5 Millionen Euro und erwarten für das Jahr 2009 Ausgaben in Höhe von 3,1 Millionen Euro. Auch in Hessen stiegen die Ausgaben zwischen 2005 und 2008. In den Landkreisen Bergstraße, Groß-Gerau und im Main-Kinzig-Kreis zum Beispiel haben sich die Ausgaben mehr als verdoppelt. Bundesweite Daten zur Zahl der Sozialbestattungen liegen nicht vor.

Der wachsende Bedarf erzeugt einen Kostendruck auf die öffentlichen Haushalte. Der Aeternitas-Vorsitzende Hermann Weber fordert, trotz der steigenden Zahl an Fällen Einsparungen zu vermeiden, um die Würde der Verstorbenen und die Interessen der Hinterbliebenen zu wahren. Bundesweit einheitliche Mindeststandards für Sozialbestattungen seien im Interesse der Gleichbehandlung und der sozialen Gerechtigkeit notwendig. Die Politik sei gefordert, gerade in Zeiten einer wirtschaftlichen Krise den Leistungsumfang zu definieren und sich eine Übersicht über die Höhe der Kosten zu verschaffen. Weber bekräftigt: "Jeder Mensch hat Anspruch auf ein menschenwürdiges Begräbnis - auch Empfänger staatlicher Leistungen. Sozialämter dürfen Betroffene nicht dazu drängen, die absolut günstigste Form der Bestattung zu wählen."

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