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Gräber spannen den Bogen von Tradition zu Moderne

Die Bürger haben die Wahl  | 14.10.2010 |

Friedhofsnutzer haben auf deutschen Friedhöfen die Wahl zwischen Tradition und Moderne. Während ein Großteil der Friedhofsnutzer sich weiterhin an den traditionellen Grabarten erfreut, nutzen zunehmend mehr Menschen die zahlreichen modernen Bestattungsmöglichkeiten.

Königswinter, 14.10.2010 - Die grundsätzliche Frage bei einer Bestattung ist die gleiche wie vor 50 Jahren: Soll der Leichnam im Sarg beerdigt oder eingeäschert werden? Doch während damals die Beisetzung dann im üblichen Reihen- oder Wahlgrab stattfand, bieten Friedhöfe heutzutage weitaus mehr Möglichkeiten. Das Spektrum reicht vom klassischen Erdgrab für den Sarg über Rasengräber, Urnenwände bis hin zu Gemeinschaftsgrabanlagen. Fachleute haben insgesamt knapp 30 verschiedene Grabarten auf deutschen Friedhöfen identifiziert.

Das traditionelle Familiengrab ist aber weiterhin beliebt, erklärt Hermann Weber, Vorsitzender der Verbraucherinitiative Aeternitas e.V. Hierfür entscheiden sich vor allem Menschen, die weniger mobil sind und deren Familienverhältnisse vor Ort regelmäßige Grabbesuche und die dauerhafte Grabpflege zulassen. "Für Familien in räumlicher Nähe zum Grab sind die traditionellen Familiengräber die passende Lösung", sagt Weber.

Die Friedhöfe spüren jedoch die gesellschaftlichen Veränderungen. Zu beobachten ist ein Trend hin zur Feuerbestattung, die mittlerweile ungefähr die Hälfte aller Bestattungen in Deutschland ausmacht. Kleinere Familien, das Verschwinden christlicher Traditionen und die zunehmende - meist beruflich bedingte - Mobilität der Menschen erfordern passende Gräber. Als Reaktion entwickeln viele Friedhöfe eine Vielzahl moderner Grabangebote, insbesondere für Urnenbeisetzungen. Besonders innovativ zeigen sich Friedhofsverwaltungen - häufig in Zusammenarbeit mit den Friedhofsgärtnern - bei gärtnerisch gestalteten Gemeinschaftsgrabanlagen. Dass dabei in den anfallenden Friedhofsgebühren die Grabpflege meist enthalten ist, spielt für viele Hinterbliebene eine maßgebliche Rolle. So müssen sich auch Familien, die weit auseinander leben, keine Sorgen um die Organisation der Grabpflege machen und können dennoch über ein geschmücktes Grab verfügen.

Die Einkommensentwicklung hat die Bestattungskosten bei den Betroffenen in den Vordergrund gerückt. Das ist einer der Gründe, warum weniger großflächige und daher eher teurere Familiengräber nachgefragt werden. Kleinere Urnengräber sind meist mit weniger Pflegeaufwand verbunden und bei den Friedhofsgebühren günstiger. Weber weist jedoch darauf hin, dass mehrere Einzelgräber für Familienmitglieder an verschiedenen Orten oft mehr kosten als ein gemeinsames Familiengrab. Er begrüßt, dass viel über die zahlreichen modernen Formen und Möglichkeiten bei Bestattungen gesprochen werde, betont aber, dass die Vielzahl an Angeboten auch zu Unübersichtlichkeit führe. Die Präsentation und Kommunikation vorhandener Grabangebote könne verbessert werden. Die praktischen Überlegungen des Einzelnen müssten dabei mehr in den Vordergrund rücken: "Die Maßstäbe bei der Grabauswahl sind so individuell und vielfältig wie die Menschen."

Für Aeternitas gehört zum Bürgerdialog, die Suche nach dem passenden Grab zu fördern. In der vierseitigen Broschüre "Die Wahl der Grabstelle" erläutert der Verein deshalb die verschiedenen Grabarten und Beisetzungsorte und hilft Schritt für Schritt bei der Grabwahl. Die Broschüre ist Teil der Leitfadenreihe "Handeln in Zeiten der Trauer". Die Reihe umfasst weitere Broschüren rund um den Trauerfall zu den Themen "Abschied nehmen im Krankenhaus", "Das Gespräch mit dem Bestatter", "Das Trauergespräch" und "Der Tag der Beisetzung". Betroffene erhalten eine Vielzahl hilfreicher Tipps für die schweren Stunden nach dem Tod eines Angehörigen.

Die Broschüren stehen unter www.aeternitas.de im Internet kostenlos zum Download bereit. Aeternitas-Mitglieder erhalten kostenfrei je ein Druckexemplar.


Zahl der Anschläge (inklusive Leerzeichen): 3.935

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Alexander Helbach
Aeternitas e.V. – Verbraucherinitiative Bestattungskultur
Dollendorfer Straße 72, 53639 Königswinter
Telefon: 0 22 44 / 92 53 85, Fax: 0 22 44 / 92 53 88
E-Mail: alexander.helbach@aeternitas.de


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