Startseite | Presse | Presse-Meldungen-Archiv | Archiv 2010 | Die Städte greifen erneut in die Tasche der Trauernden

Die Städte greifen erneut in die Tasche der Trauernden

Gebührenerhöhungen für 2011 jetzt schon geplant | 22.10.2010 |

Königswinter, 22.10.2010 - Mit einem Aufschlag von durchschnittlich etwa zehn Prozent verließen in der ersten Hälfte 2010 die Friedhofsgebührenordnungen der Kommunen die Druckerpressen. 2011 muss die Gebührenschraube schon wieder angezogen werden, das verkündete Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg vom Deutschen Städte- und Gemeindebund. Schuld seien die zunehmend größer werdenden Haushaltslöcher der Kommunen und die Defizite aus den Vorjahren. In einer Studie der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young aus dem Sommer 2010 geben 84 Prozent der Kommunen an, im Jahr 2011 Steuern und Gebühren zu erhöhen. Die trauernden Hinterbliebenen werden nicht verschont, auch die Friedhofsgebühren sollen vielerorts steigen.

Gebühren sind dazu da, die jeweils anfallenden Kosten zu finanzieren. Ein Beitrag zum Defizitausgleich des städtischen Haushaltes ist im Gebührenrecht nicht vorgesehen. Den Aufwand für Friedhof und Bestattung verursachen im Wesentlichen Personalkosten, die 2011 maximal um drei Prozent steigen werden. Dafür sinkt aber bei derzeitiger Finanzmarktlage der Kapitaldienstanteil an den Friedhofsaufwendungen. Aeternitas sieht deshalb nach einer Zehn-Prozent-Runde 2010 keinen Bedarf für eine weitere Erhöhung der Friedhofsgebühren 2011.

Ohnehin liegen die Ausgaben für Friedhofsgebühren bei Familiengräbern pro Grabstelle im Durchschnitt schon bei etwa 2.500 Euro. Gebühren von 3.500 Euro zählen zum oberen Segment und die Spitzenreiter liegen schon über 5.000 Euro. Der SWR Rheinland-Pfalz berichtete am 21. Oktober 2010 aus Trier, dass einem Trierer Bürger allein für den Antrag auf Erwerb eines Grabes ein Stundenlohn von 380 Euro berechnet wurde. Der vergleichbare Mittelwert anderer Friedhofsträger liegt bei 145 Euro. Sparpotential ist vorhanden.

Aeternitas erwartet für das kommende Jahr eine weiter zunehmende Zahl an Beschwerden über zu hohe Friedhofsgebühren. Die zunehmende Streitbereitschaft der Gebührenzahler werden die Verwaltungsgerichte zu spüren bekommen, weil immer häufiger gegen Friedhofsgebührenbescheide geklagt wird. Oft zu Recht!


Zahl der Anschläge (inklusive Leerzeichen): 2.089

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Alexander Helbach
Aeternitas e.V. – Verbraucherinitiative Bestattungskultur
Dollendorfer Straße 72, 53639 Königswinter
Telefon: 0 22 44 / 92 53 85, Fax: 0 22 44 / 92 53 88
E-Mail: alexander.helbach@aeternitas.de


Dateien zu diesem Artikel zum Download:
  Pressemitteilung als Word-Dokument ( 49 Kb )
  Pressemitteilung als PDF ( 100 Kb )