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Bestattungen: Vielfalt kann überfordern, wenn Preise fehlen

Verbraucher brauchen Informationen über die neue Freiheit | 11.11.2010 |

Bestattungen im bemalten Sarg, Popmusik bei der Trauerfeier, die Urne in Regenbogenfarben oder das Grab im Memoriam-Garten: Das Bestattungswesen wird immer bunter. Gesellschaftliche Konventionen und Traditionen müssen sich behaupten. Vielen Hinterbliebenen kommt die neue Freiheit entgegen, andere fühlen sich von der Vielfalt überfordert.

Königswinter, 11.11.2010 - Während vielen Menschen weiterhin die traditionellen Riten und Grabformen Halt geben, nutzen andere die neuen Möglichkeiten. Die Verbraucherinitiative Aeternitas e. V. begrüßt, dass Bestatter, Friedhöfe, Steinmetze und Gärtner den Menschen immer mehr Angebote machen. "Individualisten brauchen individuelle Angebote. Die Bestattungsbranche reagiert auf die gesellschaftlichen Entwicklungen", sagt der Vorsitzende Hermann Weber. Fachleute unterscheiden mittlerweile schon fast 30 Grabarten auf deutschen Friedhöfen. Bei - zumindest weltlichen - Trauerfeiern sind Ritualen und Ausgestaltung kaum institutionelle Grenzen gesetzt. Bestatter bekunden, dass sie alle Wünsche möglich machen. Zwanzig oder mehr Urnen- und Sargmodelle im Verkaufsraum der Bestatter sind keine Seltenheit. Der Einzelne kann individuell auswählen wie noch nie zuvor.

Weber beobachtet jedoch auch, dass sich bei Betroffenen angesichts der Informationsflut Ratlosigkeit breitmacht. Sie wissen nicht, was für sie das Richtige ist und wie ihre Bedürfnisse nach Abschied und Gedenken erfüllt werden können. "Entscheidungsfreiheit wird dann zur Belastung, wenn die bedürfnisgerechten Informationen fehlen", erklärt Weber. Viele entscheiden in solchen Fällen nach alten Mustern oder finanziellen Gesichtspunkten. Das zieht schnell Unzufriedenheit nach sich, zum Beispiel wenn Hinterbliebene nach einer anonymen Beisetzung das Grab auf dem Friedhof vermissen.

Hier sind die Anbieter gefragt. Die Präsentation und Kommunikation vorhandener Grab- und Bestattungsangebote weist noch Mängel auf, der Bezug zur persönlichen Situation des Einzelnen müsste stärker zutage treten. Auch legt Aeternitas Wert auf die Transparenz von Angeboten und Preisen. "Bisher darf sich die Branche der Preistransparenz nicht rühmen", kritisiert Weber. Die Verbraucher wiederum sollten Initiative zeigen und sich frühzeitig informieren. Vorsorge für eine Bestattung beinhaltet nicht nur die Finanzen, sondern - ganz grundlegend - die Artikulation der eigenen Wünsche, am besten schriftlich fixiert. "Der Verein Aeternitas sieht sich hier als Vermittler", sagt Weber, "wir nehmen die Wünsche und Sorgen der Verbraucher auf und geben diese an die Branche weiter. Gleichzeitig ordnen wir das Dickicht an Angeboten und versorgen die Verbraucher mit den passenden Informationen."

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Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Aeternitas e.V. - Verbraucherinitiative Bestattungskultur
Alexander Helbach
Dollendorfer Straße 72, 53639 Königswinter
Telefon: 0 22 44 / 92 53 85, Fax: 0 22 44 / 92 53 88
E-Mail: alexander.helbach@aeternitas.de



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