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Höhere Friedhofsgebühren verärgern die Bürger

Zum Jahreswechsel gelten vielerorts neue Gebührensatzungen | 13.01.2011 |

Zu Jahresbeginn rufen sich die Kommunen den Bürgern wieder ins Gedächtnis: Sie haben die Gebühren erhöht, darunter auch die Friedhofsgebühren. Die Bürger sind vielerorts verärgert, angesichts von Steigerungen um zweistellige Prozentsätze und mehr. Über die Hintergründe der Gebührensteigerungen hingegen ist bei denen, die zahlen, wenig bekannt.

Königswinter, 13.01.2011 - Die Bundesbürger haben sich daran gewöhnt, dass alles immer teurer wird. Über eine Gebührenerhöhung um wenige Prozent zum Jahreswechsel regt sich schon kaum noch jemand auf. Wenn Friedhofsnutzer jedoch mit Mehrkosten von zum Teil mehreren hundert Euro konfrontiert werden, ist das Erstaunen groß und wächst der Ärger. Auch für 2011 haben deutschlandweit zahlreiche Kommunen die Friedhofsgebühren mitunter drastisch erhöht, wie die Verbraucherinitiative Aeternitas e. V. beobachtet. Den Verbrauchern empfiehlt Aeternitas deshalb, sich genau über die örtlichen Friedhofsgebühren zu informieren und sich gegen überhöhte Gebühren zu wehren.

Beispiele gibt es quer durch die ganze Republik. In Heidelberg erwarten die Friedhofsnutzer Erhöhungen der Nutzungsgebühren für Urnenreihengräber von 250 auf 500 Euro und für anonyme Urnengräber von 180 auf 480 Euro. Für Düsseldorf meldet die örtliche Presse eine durchschnittliche Gebührenerhöhung um fünf Prozent. Als Ausreißer nach oben hat sich dort die Beisetzung einer Urne unter einem Baum um 180 Prozent verteuert. Auf den kommunalen Friedhöfen in Augsburg sind zwar die Gebühren für die Nutzung der Gräber gleich geblieben, es wurden aber die Gebühren für die Beisetzungen erhöht, für eine Urnenbeisetzung gleich um 67 Prozent.

"Die Gebührengerechtigkeit bleibt auf der Strecke", kritisiert Hermann Weber, der Aeternitas-Vorsitzende. Viele Kommunen erhöhen besonders die Gebühren für Urnengräber und Urnenbeisetzungen. Weber vermutet, dass so im Gebührenhaushalt zugunsten der teuren Erdgräber umverteilt wird. Rechtlich haben sich die Kommunen bei dieser umstrittenen Vorgehensweise meist abgesichert. Fraglich ist jedoch, inwieweit dem Bürger zu vermitteln ist, dass die beliebten kleineren Urnengräber immer teurer werden, während die Gebühren der großen Erdgräber nur wenig steigen oder konstant bleiben. "Das Gebührenrecht sieht schließlich grundsätzlich vor, dass eine Gebühr für den Bürger dem Aufwand entspricht, der dahinter steht", so Weber. Auch der Bund der Steuerzahler Hessen hat schon 2010 auf die Problematik der Kalkulation von Friedhofsgebühren hingewiesen und mehr Transparenz und Effizienz gefordert. Sämtliche Einsparmöglichkeiten sollten ausgeschöpft und das Flächenmanagement vorausschauend betrieben werden, so der Vorsitzende Ulrich Fried.

Die zum Teil drastischen Gebührenerhöhungen begründen viele Friedhöfe mit der rückläufigen Gesamtzahl an Bestattungen und der steigenden Zahl an Urnenbeisetzungen in kleineren Urnengräbern, Urnenwänden und anonymen Gräbern. Dadurch sinken die Gebühreneinnahmen und die Friedhofsflächen sind weniger ausgelastet. Diese ungenutzten, nicht mehr für Bestattungen benötigten Freiflächen - Überhangsflächen genannt - verursachen aber weiterhin Kosten für die Pflege.

Zahl der Anschläge (inklusive Leerzeichen): 3.206

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Aeternitas e.V. - Verbraucherinitiative Bestattungskultur
Alexander Helbach
Dollendorfer Straße 72, 53639 Königswinter
Telefon: 0 22 44 / 92 53 85, Fax: 0 22 44 / 92 53 88
E-Mail: alexander.helbach@aeternitas.de



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