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Welttrauerkongress wirft kritische Fragen auf

Aeternitas-Vertreterinnen berichten von lebhaften Diskussionen | 28.07.2011 |

Ende Juni hat in den USA der Kongress "Trauer in der heutigen Gesellschaft" stattgefunden. Auch für Deutschland haben sich interessante Themenschwerpunkte ergeben. So zeigten sich Experten wegen der strengen deutschen Bestattungsgesetze überrascht. Auch wurde klar, dass es verschiedene, aber keine richtige oder falsche Trauer geben kann. Zwei Vertreterinnen der Verbraucherinitiative Aeternitas waren die einzigen Deutschen unter 700 Teilnehmern aus aller Welt und haben Erkenntnisse und Ergebnisse zusammengetragen.

Königswinter, 28.07.2011 - Bestattungsvorsorge, komplizierte Trauer nach traumatischen Ereignissen, Leben mit dem Sterben: Nur drei von zahlreichen Themen, denen sich der Welttrauerkongress der Organisation ADEC (Association for Death Education and Counseling, auf deutsch etwa: "Vereinigung für Bildung und Beratung zu Sterben, Tod und Trauer") Ende Juni in Miami widmete. Höhepunkt für Heidi Müller und Hildegard Willmann, die für Aeternitas am Kongress teilnahmen, war ein Interview, das die beiden mit dem in der Trauerforschung renommierten Professor Bert Hayslip führten. Dabei wunderte sich Hayslip über die deutschen Gesetze, nach denen Totenasche und Särge auf Friedhöfen bleiben müssen. Und die oft angeführte Begründung, dass eine Urne zuhause im Wohnzimmer für den Trauernden psychologisch betrachtet schädlich sein sollte, wie in Deutschland behauptet wird, hinterfragte er kritisch: "Dass mir das schadet, müsst ihr mir erst einmal beweisen."

Deutlich wurde auf dem Kongress, dass es keine richtige oder falsche Trauer geben kann. Dieser Aspekt liegt Heidi Müller besonders am Herzen, denn sie erlebt es oft, dass Menschen das Recht auf ihre eigene Trauer verweigert wird. "Zum Beispiel ist das Umfeld der Meinung, die betroffene Person habe nun lange genug getrauert, was die Trauernden dann zusätzlich belastet", sagt Müller. Weitere kritische Fragen ergaben sich aus dem Vergleich der Ausbildungsprogramme für Trauerberater bzw. -begleiter. Deutschland könne in dem Bereich viel von Ländern wie zum Beispiel den USA lernen, so Müller. Auch hierzulande immer wieder gehörte Kritik wurde auf dem Kongress laut: Die Menschen planten ihre Karriere, ihre Hochzeit, ihren Familienzuwachs, aber nur selten ihre Bestattung.

Weitere Berichte und Interviews vom ADEC-Kongress finden alle Interessierten unter  www.gute-trauer.de, dem Internetportal für Trauernde und alle, die Fragen zum Thema Trauer haben.

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Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Aeternitas e.V. - Verbraucherinitiative Bestattungskultur
Alexander Helbach
Dollendorfer Straße 72, 53639 Königswinter
Telefon: 0 22 44 / 92 53 85, Fax: 0 22 44 / 92 53 88
E-Mail: alexander.helbach@aeternitas.de



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