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Sozialbestattungen: Ämter lassen sich viel Zeit

Darlehen könnten für Entlastung sorgen | 20.10.2011 |

Bei Sozialbestattungen warten Hinterbliebene und die beauftragten Bestatter häufig monatelang auf die ihnen zustehenden Zahlungen. Die zuständigen Sozialämter verzögern die Kostenübernahme mit Verweis auf notwendige Prüfungen. Darlehen für Betroffene könnten hier für Entlastung sorgen, denn die Bestattungsgesetze schreiben den Hinterbliebenen vor, Verstorbene zeitnah beizusetzen.

Königswinter, 20.10.2011 - Hinterbliebene, die die Bestattungskosten nicht aufbringen können, haben Anspruch auf Unterstützung durch das Sozialamt. Die Sozialhilfeträger sind verpflichtet, gründlich zu prüfen, ob die Antragsteller bedürftig sind und ob nicht andere Verwandte zur Kostenübernahme herangezogen werden können. "In der Praxis führt das nicht selten zu monatelangen Verzögerungen bei der Auszahlung, die den Betroffenen nicht zuzumuten sind", bemängelt Christoph Keldenich, Geschäftsführer der Verbraucherinitiative Aeternitas. Die Ämter zahlen im Schnitt erst nach zwei Monaten, sechs Monate und mehr sind keine Seltenheit.

Aeternitas fordert deshalb, dass die Sozialhilfeträger für die Bestattungskosten darlehensweise in Vorleistung treten. "Das Risiko einer Nichtbewilligung darf nicht auf Betroffene oder Bestatter abgewälzt werden", sagt Keldenich. Rückzahlungen sind immer möglich, wenn das Sozialamt später noch solvente Hinterbliebene ermittelt. Um Verzögerungen zu vermeiden, sind aber auch die Hinterbliebenen gefragt. Sie können ihren Teil beitragen, indem sie sich frühzeitig an das Sozialamt wenden und zügig die notwendigen Formulare und Nachweise einreichen. Notwendig dafür wäre eine bessere Information der Bürger durch Merkblätter oder Informationen im Internet.

Weil die Bestattungsgesetze vorschreiben, dass Verstorbene spätestens vier bis zehn Tage nach Eintritt des Todes beigesetzt worden sein sollen, fallen die Bestattungskosten kurzfristig an. Dies belastet die Hinterbliebenen, die das Geld vorstrecken müssen, oder die Bestatter und Friedhöfe, die auf offenen Rechnungen sitzen bleiben. Manche Bestatter lehnen Sozialbestattungen deshalb ab. Manchmal bleiben Verstorbene auch wochenlang unbeerdigt, weil keine Einigung zwischen den Beteiligten erzielt werden kann - ein für einen Sozialstaat unwürdiger Zustand.

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Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Alexander Helbach
Aeternitas e.V. - Verbraucherinitiative Bestattungskultur
Dollendorfer Straße 72, 53639 Königswinter
Telefon: 0 22 44 / 92 53 85, Fax: 0 22 44 / 92 53 88
E-Mail: alexander.helbach@aeternitas.de<



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