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Gebührensatzungen von Friedhöfen überfordern Laien

Aeternitas bemängelt fehlende Transparenz | 26.09.2013 |

Die Gebührensatzungen der deutschen Friedhöfe sind für den Normalbürger häufig unverständlich. Die Vielzahl verschiedener Gebühren und unklar formulierte Details verwirren, während wichtige Informationen mitunter fehlen. Kommunen sollten ihre Friedhofsgebühren jedoch im Sinne der Bürger klar und verständlich darlegen.

Königswinter, 26.09.2013 - Eine Bestattung kostet Geld, doch wie viel? Das fragen sich viele Bürger beim Blick auf die kaum verständlichen Gebührensatzungen deutscher Friedhöfe. Selbst Experten fällt es mitunter nicht leicht, die Gesamtkosten für eine bestimmte Grabart zu ermitteln. Darauf weist Aeternitas, die Verbraucherinitiative Bestattungskultur aus Königswinter, hin. Der Aeternitas-Vorsitzende Christoph Keldenich fordert die Kommunen auf, ihre Friedhofsgebühren klarer zu strukturieren und übersichtlicher darzustellen - wenn schon nicht in den Gebührensatzungen selbst, dann zumindest in Form von Übersichten.

Zahlreiche Hürden erschweren dem Bürger den Durchblick: die große Zahl an verschiedenen Gebühren, unklare oder komplizierte Formulierungen und fehlende Informationen. Die Bremer Gebührenordnung zum Beispiel nennt als Gebühr für manche Grabarten nur Prozentsätze, die mit dem Verweis auf andere Gebührenpositionen dazu gerechnet oder von ihnen abgezogen werden müssen. Das Gebührenverzeichnis der Stadt Stuttgart gibt als Gebühr für "Beisetzen, Ausgraben, Umbetten. Aufbewahren, Versand von Urnen je nach Leistung" den Betrag "55 bis 500" Euro an. "Wie soll der Bürger hier erkennen, was er zahlen muss?", fragt Keldenich.

In Kassel kann der Bürger die Vielzahl an möglichen Varianten kaum überblicken. Die Kosten für Trauerfeiern bei Urnenbestattungen und für die Urnenbestattungen selbst sind davon abhängig, ob der Leichnam im Krematorium Kassel oder einem anderen Krematorium eingeäschert wurde. Gleichzeitig hängt die Gebühr für die Trauerfeier wiederum auch vom Bestattungsort ab. Für Kassel gelten hierbei günstigere Tarife.

Der Gebührentarif der Stadt Aachen gibt die Höhe der Friedhofsgebühren zum Teil in jährlichen Beträgen an. Offen bleibt dabei jedoch, wie viele Jahre im Einzelnen bezahlt werden müssen. Dies hängt von den Ruhefristen der verschiedenen Friedhöfe ab, von denen aber weder im Gebührentarif noch in der dazugehörigen Gebührenordnung etwas zu lesen ist. Hier muss der Bürger an anderer Stelle suchen, nämlich in der Friedhofssatzung - wenn er denn darauf kommt. Immerhin bringt eine online verfügbare Übersicht mit einigen Kostenbeispielen etwas Licht ins Dunkel.

Es geht auch bürgernäher und verständlicher. Die Stadt Bonn zum Beispiel gibt die Grabnutzungsgebühren zwar unübersichtlich in jährlichen Einheiten an. Doch die Gebührenordnung enthält in einer Anlage eine Übersichtstabelle mit den einzelnen Friedhöfen, Grabarten und Ruhefristen und den entsprechenden Kosten. Saarbrücken bietet im Internet als Hilfe für sein besonders umfassendes Gebührenverzeichnis Übersichtstabellen mit den verschiedenen Grabarten, den anfallenden Einzelgebühren und den jeweiligen Gesamtkosten.

Der Verein Aeternitas betreibt unter anderem eine Online-Gebührendatenbank mit knapp 1.000 Städten und hat in den vergangenen Jahren zusammen mit dem Bund der Steuerzahler verschiedene Gebührenstudien veröffentlicht.

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Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Alexander Helbach
Aeternitas e.V. - Verbraucherinitiative Bestattungskultur
Dollendorfer Straße 72, 53639 Königswinter
Telefon: 0 22 44 / 92 53 85, Fax: 0 22 44 / 92 53 88
E-Mail: alexander.helbach@aeternitas.de



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