Startseite | Presse | Presse-Meldungen-Archiv | Archiv 2014 | Aeternitas ruft "Aktion Sozialbestattung" ins Leben

Aeternitas ruft "Aktion Sozialbestattung" ins Leben

Neues Internetportal hält alle Informationen zum Thema bereit | 22.10.2014 |

Im neuen Portal www.aktion-sozialbestattung.de beantwortet die Verbraucherinitiative Aeternitas alle Fragen zur Praxis der Sozialbestattung und ruft zur politischen Diskussion auf. Der Verein fordert einen umfassenden und einheitlichen Leistungskatalog sowie eine erleichterte Kostenübernahme durch die Sozialämter. An diesen Punkten entzünden sich zu Lasten der Hinterbliebenen immer wieder Diskussionen.

Königswinter, 22.10.2014 - Wer erhält im Bestattungsfall Kosten vom Sozialamt erstattet? Wie und wo können Betroffene einen Antrag stellen? Welche Leistungen umfasst eine Sozialbestattung und wie lauten die rechtlichen Grundlagen? Diese und alle weitere Fragen zum Thema klärt das neue Portal www.aktion-sozialbestattung.de. Urteile, Statistiken, Auszüge aus Gesetzen und Lösungen für würdige, aber günstige Grabgestaltungen ergänzen den umfassenden Blick auf das Thema. FAQ, Checkliste und der kostenlose "Ratgeber Sozialbestattung" runden das Informationsangebot für Betroffene und alle anderen Interessierten wie Bestatter und Behörden ab.

Wenn Sozialämter die Kosten einer Bestattung übernehmen sollen, fehlen einheitliche Standards. Leistungen werden häufig entgegen den Bedürfnissen Hinterbliebener nur restriktiv gewährt, bürokratische Hürden verzögern die Kostenerstattung. "Eine Trauerfeier mit musikalischer Untermalung sehen wir anders als viele Sozialämter als Teil eines würdigen Abschieds", betont der Aeternitas-Vorsitzende Christoph Keldenich. Gleiches gilt für einen einfachen Grabstein oder die erforderliche Grabpflege. "Unwürdig ist es, dass meist nur eine Bestattung am letzten Wohnort des Verstorbenen gewährt wird", kritisiert Keldenich weiter. Diese Praxis hält Aeternitas angesichts weit verstreut lebender Familien für nicht mehr zeitgemäß. Nicht zuzumuten ist es Antragstellern, das Geld für die Bestattungskosten anteilsmäßig bei anderen zahlungspflichtigen Verwandten gerichtlich einzutreiben. Mit dem Hinweis darauf wälzen manche Sozialämter das Kostenrisiko auf die Hinterbliebenen ab. Skandalös wird es, wenn Hinterbliebenen rechtlich zustehende Leistungen verwehrt werden oder sich die Kostenerstattung über Monate oder gar Jahre hinzieht. Beides kommt immer wieder vor. Aeternitas ruft Organisationen wie Kirchen, Parteien und Verbände auf, sich an der Diskussion zu beteiligen und ihre Position unter www.aktion-sozialbestattung.de darzustellen.

Das Thema Sozialbestattung führt auch deshalb immer wieder zu Konflikten, weil der entsprechende Paragraph des Sozialgesetzbuches (§ 74, SGB XII) keine genauen Vorgaben macht: "Die erforderlichen Kosten einer Bestattung werden übernommen, soweit den hierzu Verpflichteten nicht zugemutet werden kann, die Kosten zu tragen." Die konkrete Ausgestaltung liegt in den Händen der Gemeinden und Landkreise - und der Gerichte, die in Streitfällen entscheiden. Mehr als 25.000 Menschen jährlich sind in Deutschland bei den Bestattungskosten auf staatliche Hilfe angewiesen. Knapp 60 Millionen Euro wandten die zuständigen Sozialämter im Jahr 2012 dafür auf, neuere Zahlen liegen nicht vor.

Anzahl Zeichen (inklusive Leerzeichen): 3.091

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Alexander Helbach
Aeternitas e.V. - Verbraucherinitiative Bestattungskultur
Dollendorfer Straße 72, 53639 Königswinter
Telefon: 0 22 44 / 92 53 85, Fax: 0 22 44 / 92 53 88
E-Mail: alexander.helbach@aeternitas.de
Internet: www.aeternitas.de
Twitter: twitter.com/Aeternitas_eV

Den Text und Bilder in digitaler Form erhalten Sie im Bereich "Presse" unter www.aeternitas.de. Über ein Belegexemplar bei Abdruck würden wir uns freuen.


Dateien zu diesem Artikel zum Download:
  Bild Screenshot ( 657 Kb )
  Bild Sozialbestattung ( 3.94 Mb )
  Pressemitteilung als PDF ( 21 Kb )
  Aeternitas-Positionspapier zur Sozialbestattung ( 47 Kb )