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Aeternitas im dpa-Gespräch: Friedhofsvorschriften behindern zeitgemäße individuelle Bestattungsformen

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Aeternitas im dpa-Gespräch: Friedhofsvorschriften behindern zeitgemäße individuelle Bestattungsformen
Königswinter (dpa/lnw) - Die Gestaltung von Friedhöfen ist nach Ansicht des Verbraucherschutzvereins Bestattungskultur „Aeternitas“ vielerorts zu streng reglementiert. Der Wandel der Friedhöfe halte mit den Vorstellungen der Bevölkerung nicht Schritt, sagte Vereinssprecherin Renate Nixdorf am Donnerstag in Königswinter. Die Menschen wünschten sich zeitgemäßere Bestattungsformen, wollten immer häufiger individueller ihrer Toten gedenken.

Im Gegensatz dazu seien die meisten Friedhöfe zu funktional und zu straff organisiert. Oft schrieben Friedhofssatzungen Höhe und Breite von Grabsteinen vor. Wenn es um neue Satzungen gehe, sollten deshalb Kulturbeiräte aus der Bevölkerung zu Rate gezogen werden.

Dennoch gibt es nach Worten von Nixdorf gute Beispiele für letzte Ruhestätten. Sie kenne Grabsteine in Form eines Herzens, einer Gitarre oder eines Sportgerätes, erläuterte sie. Solche Symbole sagten mehr über den Menschen aus, als herkömmliche Grabsteine.

Die Verbraucherschützerin kritisierte die in vielen Städten zu kurzen und zu teuren Trauerfeiern sowie die vorgeschriebene Bepflanzung der Grabstätten. „Während einer halbstündigen Trauerfeier kann keiner aus der Verwandtschaft noch ein persönliches Grußwort sprechen“, sagte sie. „Persönliche Trauerrituale kommen zu kurz.“ Zu strenge Bepflanzungsvorschriften könnten dazu führen, dass Gräber schnell vernachlässig würden.

In Nordrhein-Westfalen gibt es nach Angaben des Bundesverbandes der Bestatter jährlich rund 180 000 Beisetzungen. 58 Prozent der Bestattungen seien Erdbestattungen, 42 Prozent Feuerbestattungen, hieß es. Die Zahl der anonymen Bestattungen liege bei etwa 5 Prozent.

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