Startseite | Bestattungsrecht Aktuelle Meldungen | Baumbestattungen, Friedwald und Friedparks

Baumbestattungen, Friedwald und Friedparks

Was ist unter diesen Bestattungsarten zu verstehen? | | 0 Kommentare |

Baumbestattungen, Friedwald und Friedparks
Die Idee der Baumbestattung ist noch relativ jung, aber immer mehr Bürgerinnen und Bürger fühlen sich von den traditionellen Bestattungsformen (Erd- oder Urnenbestattung auf dem Friedhof) nicht mehr angesprochen und sehen daher die Möglichkeit der Baumbestattung als interessante Alternative an. Darin ist sicherlich auch ein Trend hin zu einer eher neutralen Grabgestaltung zu erkennen. Christliche Symbole auf Friedhöfen nehmen ab, die Angehörigen wählen für die Grabgestaltung eher Motive, die die Persönlichkeit des oder der Verstorbenen repräsentieren. Die Baumbestattung ist aber nicht als Abkehr von der christlich geprägten Bestattungskultur zu verstehen, sondern als Ergänzung zu dieser.

Zur Zeit bietet, neben verschiedenen Kommunen, die Friedwald-GmbH in Griesheim Baumbestattungen nach der unten geschilderten Methode an.

Ein "Friedwald" ist ein naturbelassenes Stück Wald, in dem Menschen ihre Asche am Fuß eines Baumes beisetzen lassen können. Er bietet eine Ruhestätte außerhalb normaler Friedhöfe. Der Begriff "Friedwald" ist markenrechtlich geschützt und darf nur von der FriedWald GmbH, Griesheim, verwendet werden. Die Trägerschaft von "Friedwäldern" liegt bei der Kommune, auf dessen Gebiet die Anlage angesiedelt ist, die FriedWald GmbH betreibt die Anlage.

Folgende Teilvorgänge bei Baumbestattungen sind durch ein europäisches Patent für die FriedWald GmbH geschützt:
  1. Ein neuer Baum wird gepflanzt, die Asche wird schichtweise mit der Erde hinzu gegeben; durch eine Vielzahl von Bestattungsfällen entsteht so ein neuer Wald.

  2. Durch stab- oder röhrenförmige Gegenstände wird unter einem bestehenden Baum ein Hohlraum freigehalten, in dem dann die Asche beigesetzt wird.

Weitere Patente, insbesondere im Hinblick auf die Baumbestattung als solche, bestehen derzeit nicht.
Neben dem "Friedwald" bieten auch vermehrt kommunale Friedhofsträger Baum- oder naturnahe Bestattungsarten an. Hierbei wird die Aschen- oder Urnenbeisetzung im Wurzelbereich eines Baumes vorgenommen, der sich in der Regel auf einem kommunalen Friedhof befindet. Hierbei sind alle Verfahren zulässig, die nicht die oben genannten patentrechtlich geschützten Bestattungsvorgänge verwenden.
Für diese Bestattungsarten hat sich noch kein einheitlicher Name durchgesetzt, gebräuchlich sind Bezeichnungen wie Friedpark, Urnenhain, Baumbestattung oder naturnahe Bestattung. Bundesweit darf diese Bestattungsform von kommunalen und kirchlichen Friedhofsträgern angeboten werden. In Nordrhein-Westfalen ist es seit dem 01.09.2003 auch Privatpersonen und -Unternehmen gestattet, reine Baumbestattungsanlagen außerhalb von öffentlichen Friedhöfen zu betreiben; diese Anlagen müssen jedoch vorher genehmigt werden. Ein Anspruch auf Errichtung einer Baumbestattungsanlage durch eine Privatperson besteht nicht.

Beitrag kommentieren