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"Bestattungshilfe" statt Sterbegeld

Bei welchen Stellen kann noch ein Zuschuss zu den Bestattungskosten beantragt werden? | | 0 Kommentare |

Obwohl seit dem 01.01.2004 das gesetzliche Sterbegeld vollständig entfallen ist, kann es doch trotzdem von verschiedenen Stellen noch Zuschüsse zu den Bestattungskosten geben. Die Angehörigen sollten daher auch folgende Umstände bedenken und die persönlichen Unterlagen des Verstorbenen auf die folgenden Möglichkeiten hin durchsehen:

Witwenrente

Eine Witwen-/Witwerrente
wird für die auf den Todesmonat folgenden drei Kalendermonate in Höhe der Rente gezahlt, die dem Verstorbenen zugestanden hätte. Diese erhöhte Witwen-, oder Witwerrente kann ebenfalls zur Deckung der Bestattungskosten verwendet werden. Im Sterbevierteljahr wird auch kein eigenes Einkommen der Witwe bzw. des Witwers auf die Hinterbliebenenrente angerechnet.
War der verstorbene Ehegatte bereits Rentenbezieher, kann die Witwe oder der Witwer innerhalb von 30 Tagen nach dem Tode beim zuständigen Rentenservice der Deutschen Post AG einen Vorschuss auf das Sterbevierteljahr beantragen (ein Vordruck hierfür ist beim Postamt erhältlich).

Sterbegeld aus dem Arbeitsvertrag

Es ist möglich, dass im Arbeitsvertrag eine Sterbegeldzahlung durch den Arbeitgeber vereinbart wurde. Die Arbeitsverträge des verstorbenen sollten auf diesen Punkt hin untersucht werden; eventuell hilft auch die telefonische Nachfrage beim Arbeitgeber.

Sterbegeld aus der gesetzlichen Unfallversicherung

Wer durch einen Arbeitsunfall gestorben ist, dessen Hinterbliebenen steht ein Sterbegeld in Höhe von 4.140,- Euro (im Osten: 3.480,- Euro) zu. Dies gilt unabhängig von der Höhe des Arbeitsverdienstes, den der Verstorbene erzielt hatte. Das bedeutet zugleich: Sterbegeld in gleicher Höhe gibt es aus der gesetzlichen Unfallversicherung auch dann, wenn ein Student während seiner Anwesenheit in der Hochschule, ein Schüler in der Schule und ein Kind im Kindergarten einen tödlichen Unfall hat. Auch die Unfälle im Zusammenhang mit dem Studium, der Schule und dem Besuch des Kindergartens (inklusive der Wege zur und von der Einrichtung) lösen Ansprüche aus. Gezahlt wird das Sterbegeld von den Berufsgenossenschaften sowie den Gemeinde-Unfallversicherungsverbänden/ Landesunfallkassen bei berechtigtem Anspruch.

Sterbegeld aus einer privaten Unfallversicherung

Es ist auch möglich, dass der Verstorbene eine private Unfallversicherung abgeschlossen hatte. Ist dies der Fall und ist der Verstorbene durch einen Unfall ums Leben gekommen, so muss dies innerhalb von 48 Stunden der Versicherungsgesellschaft gemeldet werden. Dies kann formlos geschehen. Neben der Sterbeurkunde wird in der Regel eine ärztliche Bescheinigung über den Unfalltod von der Versicherung verlangt. Die Höhe der Versicherungssumme, die im Todesfall ausbezahlt wird, entspricht den Festlegungen aus der Versicherungspolice. Das Geld aus einer privaten Unfallversicherung wird auch dann ausbezahlt, wenn ein Arbeits-, Studenten-, Schüler- oder Kindergarten-Unfall die Todesursache war und auch aus der gesetzlichen Unfallversicherung ein Sterbegeld zusteht.

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