Startseite | Bestattungsrecht Aktuelle Meldungen | Bistum Trier: Baumbestattungen sind nicht grundsätzlich abzulehnen

Bistum Trier: Baumbestattungen sind nicht grundsätzlich abzulehnen

Neue Handreichung zum Umgang mit Tod und Begräbnis sieht eine differenzierte Auseinandersetzung mit naturnahen Bestattungen vor.  | | 0 Kommentare |

Bistum Trier: Baumbestattungen sind nicht grundsätzlich abzulehnen
Naturnahe Beisetzungsformen, besonders der Baumbestattung, ist die katholische Kirche in Deutschland bisher mit Zurückhaltung und Ablehnung begegnet (Aeternitas berichtete).

In der am Aschermittwoch veröffentlichten "Pastoralen Handreichung zum Umgang mit Tod und Begräbnis im Bistum Trier" bezieht das Bistum Trier nun eine differenziertere Haltung zu dieser neuen Bestattungsform.

So ist es zwar immer noch nicht das Interesse des Bistums, "(...)diese Bestattungsform zu fördern." (vgl. Seite 22 der Handreichung).

Sollte es den katholischen Pfarrern aber nicht gelingen, die Angehörigen von dem Gedanken der naturnahen Bestattung abzubringen, , "Hat der Beratungsprozess in den diözesanen Gremien zu folgendem Ergebnis geführt, das das bisherige Verbot einer Assistenz bei Bestattungen im Ruheforst oder Friedwald aufhebt" (Handreichung a.a.O.)

Dementsprechend soll eine naturnahe Beisetzung durch einen "Priester, Diakon oder einen anderen Beauftragten" unter folgenden Bedingungen möglich sein:


1. Der Friedwaldbetreiber vertritt keine pantheistische, naturreligiöse oder nichtchristliche Ideologie.

2. Im Friedwald ist es möglich, am Ort der Bestattung ein Schild mit dem Namen des Verstorbenen und einem christlichen Symbol anzubringen.

3. Die Angehörigen vertreten keine naturreligiösen oder pantheistischen Vorstellungen, sondern teilen den christlichen Auferstehungsglauben.

4. Sie können bezeugen, dass der Verstorbene mit seinem Wunsch nach einer Friedwaldbestattung ebenfalls keine nichtchristlichen Vorstellungen verbunden hat.


Weiterhin sind die Pfarreien, in dessen Bezirken die Friedwälder liegen, nicht verpflichtet, auch Mitglieder anderer Pfarreien zu verabschieden. Sollten Angehörige, die räumlich weit entfernt von einem Ruheforst oder Friedwald leben, den Wunsch nach einer solchen Bestattungsform haben, müssen sie dabei auf eine kirchliche Assistenz verzichten.

Man kann den Angehörigen das Sterbeamt und die Verabschiedungsfeier in der eigenen Pfarrei als christlichen Dienst anbieten, die spätere Urnenbeisetzung im Ruheforst findet
dann ohne priesterliche Assistenz statt.
(Quelle: Pressemitteilung des Bistums Trier vom 06.03.2007)

Beitrag kommentieren