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Amtsgericht Wiesbaden: Bestattungswünsche müssen eindeutig formuliert sein

Bei Streit unter den Angehörigen Vorrang der klassischen Bestattungsarten | | 0 Kommentare |

Amtsgericht Wiesbaden: Bestattungswünsche müssen eindeutig formuliert sein
Das Amtsgericht Wiesbaden hat einer jungen Frau verwehrt, die Asche ihres verstorbenen Vaters in einen Diamanten umwandeln zu lassen. Während die Mutter des Toten diesen im Familiengrab beisetzen lassen will, behauptet die Tochter, der Vater habe die ungewöhnliche Bestattung gewollt.

Wiesbaden - Die Tochter des Anfang des Jahres Verstorbenen habe den angeblichen Wunsch ihres Vaters nach dieser ungewöhnlichen Form der Beisetzung "nicht hinreichend glaubhaft gemacht", urteilte das Gericht heute. Der Anwalt der 19-jährigen kündigte noch im Gerichtssaal Berufung beim Landgericht an.

Dem Eilverfahren am Wiesbadener Amtsgericht war ein Familienstreit vorausgegangen. Während die Mutter des verstorbenen Mannes die Beisetzung im Familiengrab wünschte, wollte die Tochter die Asche ihres Vaters von einem Schweizer Unternehmen zu einem Diamanten pressen lassen und künftig als Halskette tragen.

Zwar gebühre der Tochter im Rahmen der sogenannten Totenfürsorge bei der Entscheidung über die Art der Beisetzung ein Vorrang vor der Mutter des Verstorbenen. Jedoch trage die Totenfürsorgeberechtigte bei einer so "exotischen und in Deutschland unzulässigen Form der Bestattung" die Beweislast dafür, dass dies dem letzten Willen des Verstorbenen entspricht.

Die Frage nach der grundsätzlichen Zulässigkeit bei der Überführung von Asche in die Schweiz zur Pressung eines Diamanten ließen die Richter offen, regten aber "ein Tätigwerden des Gesetzgebers" an.

Aeternitas-Hinweis:
Die Verfügungsgewalt über die Bestattungsform ist bereits jetzt in den Bestattungsgesetzen der Länder eindeutig geregelt. Um solche Streitigkeiten unter Angehörigen über den letzten Willen des Verstorbenen auszuschließen, empfiehlt sich eine schriftliche Bestattungsverfügung zu Lebzeiten. Damit können die eigenen Bestattungswünsche genau festgehalten werden und den Angehörigen wird die Entscheidung erleichtert.

Weitere Informationen, Muster und Formulierungsvorschläge für eine Bestattungsverfügung finden Sie auf http://www.aeternitas.de unter dem Punkt "Kosten/Vorsorge".


(Quelle: Meldung auf Spiegel-Online, vom 03.04.2007, http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,druck-475419,00.html)

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