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Sozialbestattung 2008: Ämter und Bestatter zeigen Initiative für Lösungen

Vereinbarungen im Saarland, im Kreis Heinsberg und in Münster | | 0 Kommentare |

Sozialbestattung 2008: Ämter und Bestatter zeigen Initiative für Lösungen
Häufig treten bei der Abrechnung von Sozialamtsbestattungen Probleme auf, die dazu führen, dass am Ende die Bestatter auf ihren Kosten sitzen bleiben oder zumindest lange auf die Erstattung der Kosten warten müssen. Gleichzeitig fehlen einheitliche Mindeststandards, die gewährleisten, dass auch Mittellose würdig von ihren Verstorbenen Abschied nehmen können. In verschiedenen Regionen Deutschlands haben Bestatter nun Vereinbarungen mit den zuständigen Ämtern getroffen, um auftretenden Schwierigkeiten schon im Vorfeld zu begegnen.

Eine Vereinbarung im Saarland - gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Sozialhilfeträger und der Arbeitsgruppe der Ordnungsämter - informiert alle Bestatter über die Vorgehensweise bei den Anträgen auf Kostenerstattung. Geregelt ist, wie der Bestatter seine Kosten vergütet bekommt: durch Zusage des Sozialamtes oder der Ortspolizeibehörde. Folgende Vereinbarungen wurden getroffen:
- Leistungsinhalte und Vergütungshöhe sind festgelegt.
- Vordruck zur Sozialbestattung (gemeinsam ausgefüllt von Auftraggeber und Bestatter).
- Dem Auftraggeber wird verdeutlicht, dass er dem Bestatter gegenüber kostenpflichtig ist.
- Der Auftraggeber muss die entsprechenden Unterlagen innerhalb einer Sechs-Tages-Frist beim Sozialamt vorlegen (ansonsten greift das Ordnungsamt ein und stellt dem Verpflichteten die Kosten in Rechnung).

Der Bezirksverband Aachen im Bestatterverband Nordrhein-Westfalen und der Kreis Heinsberg haben sich auf detaillierte Regelungen über den Rahmen der Leistungen bei Sozialbestattungen geeinigt:
- Die Bestattungsart richtet sich grundsätzlich nach dem Willen des Verstorbenen.
- Pauschaler Betrag für eine Erdbestattung: 1.250 Euro (einfacher Kiefernholzsarg, hygienische Grundversorgung, Einbetten und Ankleiden des Verstorbenen, innerörtliche Überführung, einfache Aufbahrung, allgemeine Verwaltungskosten und ein Grabkreuz einschließlich Beschriftung. Für eine Urnenbestattung auch 1.250 Euro, zuzüglich der Kosten für notwendige Überführungen und eine einfache Schmuckurne.
- Mögliche weitere Überführungen können abgerechnet werden.
- Nicht in der Summe enthalten sind, aber übernommen werden: Kosten für Todesbescheinigung, standesamtliche Gebühren, Gebühren für die amtliche Leichenschau und für das Krematorium, Sarg- oder Urnenträger und Friedhofsgebühren.
- Der Auftraggeber tritt seinen Anspruch gegen das Sozialamt an den Bestatter ab (keine Zweckentfremdung der Sozialhilfeleistungen).

In Münster vereinbarten die Stadt und der Stadtverband des Bestatterverbandes NRW einen Leistungsrahmen, der diese Punkte umfasst:
- Pauschalbeträge 1.200 Euro für eine Erd- und 1.400 Euro für eine Feuerbestattung.
- Enthalten sind folgende Leistungen: Kiefernsarg mit Innenauskleidung, Decke und Kissen, Sterbehemd, hygienische Grundversorgung, Einbettung, Aufbahrung, Überführung innerhalb des Stadtgebietes einschließlich Trägern, Verwaltungskosten, Sarggesteck, Fahrtkosten für den Geistlichen, Orgelspiel und drei Sterbeurkunden.
- Zusätzlich bei Feuerbestattungen: weitere Überführungskosten, amtsärztliche Gebühren, Schmuckurne.
- Höhe der zu übernehmenden Friedhofsgebühren: maximal 1.517 Euro. Übernahme höherer Kosten, wenn schon ein Wahl- oder Tiefgrab mit dem vorher verstorbenen Partner existiert.

Quelle: Bestattungskultur 1/2008

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