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Aufstellen eines Grabmals ist nicht zentrale Tätigkeit eines Steinmetz

Der Kernbereich des Handwerks liegt in formender und gestaltender Tätigkeit am Stein | | 0 Kommentare |

Aufstellen eines Grabmals ist nicht zentrale Tätigkeit eines Steinmetz
Das Verwaltungsgericht Lüneburg hat im vergangenen Oktober entschieden, dass die Behauptung unzulässig ist, jemand, der vorwiegend im Bereich des Handels mit fertigen Grabmalen tätig sei, sei nicht berechtigt, Grabmale aufzustellen. Die geringe Zahl der selbst gesetzten Grabmale des Händlers sei dabei genauso wenig ausschlaggebend wie ein Eintrag in die Handwerksrolle als Steinmetz.

Auch darf nicht behauptet werden, das Aufstellen von Grabmalen dürfe nur mit Meisterprüfung oder einer der Meisterprüfung vergleichbaren Prüfung betrieben werden.

Die Eintragung in die Handwerksrolle setzt den Betrieb eines Handwerks voraus. Für einen Handwerksbetrieb sei aber erforderlich, dass die ausgeführten Tätigkeiten zu den "wesentlichen Tätigkeiten" des betroffenen Handwerks gehören. Wesentliche Tätigkeiten eines handwerksfähigen Gewerbes liegen vor, wenn es sich dabei um Verrichtungen und Arbeitsweisen handelt, die den Kernbereich gerade dieses Handwerks ausmachen und ihm sein essentielles Gepräge verleihen. Arbeitsvorgänge, die aus der Sicht des vollhandwerklich arbeitenden Betriebes als untergeordnet erscheinen, also lediglich einen Randbereich des betreffenden Handwerks erfassen, vermögen demnach die Annahme eines handwerklichen Betriebes nicht zu rechtfertigen.

Das Aufstellen von im Rahmen des eigenen Gewerbes verkauften fertigen Grabmalen auf Friedhöfen repräsentiere nur einen kleinen Ausschnitt aus den Kenntnissen und Fähigkeiten, die das Steinmetz- und Steinbildhauer-Handwerk prägen.
Arbeiten wie die Aufstellung und Befestigung von Grabdenkmälern sowie die Armierung und Verdübelung gehören nicht zum Kernbereich des Steinmetz- und Steinbildhauer-Handwerks. Sie hätten mit der eigentlichen gestaltenden Tätigkeit nichts zu tun.

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