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Grabpflegekosten in der Steuererklärung

Finanzgericht: Grabpflege ist keine haushaltsnahe Dienstleistung | | 0 Kommentare |

Grabpflegekosten in der Steuererklärung
Nach dem vor einigen Jahren eingefügten § 35a des Einkommensteuergesetzes (EStG) gibt es für Dienstleistungen im Haushalt einen steuerlichen Zuschuss von 20 Prozent der Kosten (höchstens 4.000 EUR). Unter diese Förderung fallen zum Beispiel der Gärtner oder die Putzfrau.

Die Kosten für die Pflege des Grabes des verstorbenen Ehegatten geltend zu machen, lehnt das Finanzamt regelmäßig ab. Als Begründung wird dabei angegeben, die Grabpflege sei keine im Privathaushalt erbrachte Leistung.

In einem aktuellen Rechtsstreit widersprach der Steuerzahler dieser Begründung: Ein Privathaushalt sei "nicht ausschließlich ein räumlich bestimmter, sondern vielmehr ein sozioökonomischer Begriff", unter dem man eine Gruppe von Menschen verstehe, die sich als soziales Gebilde auf die Sicherung der gemeinsamen Bedarfsdeckung ausrichteten.

Das Finanzgericht Niedersachsen ließ sich von dieser sehr theoretischen Begründung nicht überzeugen und wies die Klage ab. Der Haushalt, den § 35 a EStG meint, setzten die Richter mit der Wohnung gleich. Dazu gehörten die Wohnung selbst und das Grundstück, auf dem sie sich befindet.

Aufwendungen für die Grabpflege können folglich nicht als haushaltsnahe Dienstleistungen steuermindernd im Rahmen des § 35 a EStG berücksichtigt werden.


(Quelle: FG Niedersachsen, Urteil vom 28.2.2009)

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