Startseite | Bestattungsrecht | Aktuelle Meldungen | Sozialbestattungen: Abschied ohne Trauerfeier

Sozialbestattungen: Abschied ohne Trauerfeier

Leistungsumfang in Hessen von Ort zu Ort verschieden | 18.11.2009 |
In Hessen bestehen enorme Unterschiede beim Leistungsumfang einer Sozialbestattung. Wer bei den Kosten für die Bestattung eines Verwandten staatliche Hilfe benötigt, kann nur in wenigen Städten und Landkreisen mit einer Trauerfeier oder einem einfachen Grabstein rechnen. Aeternitas e. V., die Verbraucherinitiative Bestattungskultur, fordert im Interesse der Hinterbliebenen einheitliche Mindeststandards.

Alle Städte und Landkreise Hessens bezahlen bei einer Sozialbestattung die Leichenschau, die Beförderung des Verstorbenen und einen einfachen Sarg bzw. eine einfache Urne. Nur wenige Kommunen hingegen kommen für eine Trauerhalle, einen Trauerredner oder eine Zeitungsanzeige auf. Auch ein Grabstein und eine Grabeinfassung sind selten im Leistungskatalog enthalten. Vorbildlich sind der Rheingau-Taunus-Kreis und der Landkreis Limburg-Weilburg, die unter anderem für die Benutzung einer Trauerhalle und eine kirchliche Trauerfeier aufkommen. In Wiesbaden oder im Landkreis Marburg-Biedenkopf hingegen darf der Bürger nur mit den notwendigsten Leistungen rechnen.

Der Verein Aeternitas tritt für bundesweit einheitliche Mindeststandards bei Sozialbestattungen ein. Hermann Weber, der Aeternitas-Vorsitzende, bekräftigt: "Gerade in Zeiten einer wirtschaftlichen Krise ist die Politik im Interesse der Hinterbliebenen gefordert, einen einheitlichen Leistungsumfang zu definieren." Jeder Mensch habe Anspruch auf ein menschenwürdiges Begräbnis - auch Empfänger staatlicher Leistungen.