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Trauerbegleiter

Anton Aschenbrenner
Der Trauerbegleiter Anton Aschenbrenner (Bild rechts) beschreibt im Folgenden, was einen Trauerbegleiter ausmacht und wer diese Funktion ausfüllen kann:

Ein Begleiter ist weder Leithammel, noch Zugpferd, noch jemand der von hinten einen weiter schiebt. Begleiter lassen den andern den Weg und das Tempo bestimmen. Sie sind da, wenn der andere eine Stütze braucht. Sie tun das eine gewisse Zeit und im Wechsel mit anderen. Sie wissen, dass sie selbst auch begleitet werden - vielleicht sogar von dem, dem sie gerade Geleit geben. Erst durch ihn entdecken sie dieses Wegstück. Sie sehen durch den andern die Welt aus seinem Blick auch für sich neu. Den andern auf die eigene Fährte locken, ist nicht ihr Ziel. Auch wenn man einen ähnlichen Weg schon mal gegangen ist, kann die Erfahrung des andern hier ganz anders sein.

Jeder, der einem Trauernden Weggeleit anbietet, verbindet damit eigene Absichten und Motive: ein Verwandter ist mit betroffen vom Tod, eine Nachbarin bewegt die Nächstenliebe, eine Freundin spürt die Not der Hinterbliebenen, ein Versicherungsvertreter erfüllt seine Pflicht, usw.

Darüber hinaus gibt es Angebote, mit dem expliziten Titel "Trauerbegleitung". Dabei sind auf der einen Seite ehrenamtliche Personen, die meist eine Einführung in die Grundkompetenzen des helfenden Gesprächs für vom Tod Betroffene erhalten haben. Sie arbeiten kostenlos und bisweilen im Verbund mit kirchlichen oder karitativen Einrichtungen. Die Palette reicht hier von lockeren Treffs Trauernder, über meditative Impulse, zu Gruppen und Einzelgesprächen und vielem mehr. Sollten sie es für hilfreich erachten, verweisen sie auf intensiver ausgebildete Fachkräfte.

So genannte professionelle Trauerbegleiter üben ihren Dienst als Beruf aus. Zumeist haben sie sich darauf auch durch eine intensive Ausbildung über verschiedene Träger darauf vorbereitet und nehmen für ihr Tun auch Supervision in Anspruch. Bei manchen steht im Hintergrund ein Studium der Psychologie, Theologie oder ähnlichem. Der Dienst an Trauernden setzt in jedem Fall ein hohes Maß an Selbstreflexion und Erfahrung im Umgang mit Menschen voraus. Die Dauer einer derartigen Begleitung kann extrem variieren: von einigen Stunden bis hin zu zehn und mehr Gesprächen. Dementsprechend unterscheiden sich auch die Kosten. Um die 25 bis 50 Euro je Stunde sind durchaus übliche Honorare. Ziel ist, dass ein Trauernder wieder ohne fremde Stütze seinen Alltag bewusst und dankbar gestalten kann, ohne im Dauerrückblick von Verlustschmerz gelähmt zu sein.

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