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Grabmale ohne Kinderarbeit - Verbraucher wählen

Fair Trade auch für Grabmale und die Vorteile der heimischen Steine | | 0 Kommentare |

Das Thema Kinderarbeit in indischen Steinbrüchen beschäftigt immer mehr deutsche Verbraucher beim Grabmalkauf. Gerade für das Anbringen von Sprengladungen in engen Schächten, aber auch beim Behauen und Schleifen der Steine werden in Indien mancherorts leider auch Kinder eingesetzt. Viele Verbraucher wünschen sich die Sicherheit, dass ihr Stein garantiert ohne Kinderarbeit hergestellt wurde.

Auf jeden Fall zu empfehlen ist, den Steinmetz nach der Herkunft des verwendeten Steins zu fragen. Schwierig ist bei Importsteinen aus Fernost allerdings ein lückenloser Nachweis der Unbedenklichkeit. Der Verein Xertifix e.V. stellt ein Siegel zur Verfügung, das die Herstellung des betreffenden Steines ohne Kinderarbeit garantiert. Xertifix arbeitet mit indischen Steinexporteuren zusammen, die die Erlaubnis gegeben haben, jederzeit unangemeldete Kontrollen durch die indischen Partner des Vereins zuzulassen. Die Frage ist, ob eine hundertprozentige Sicherheit gegeben werden kann.

Statt sich auf das Xertifix-Siegel zu verlassen, hat der Kunde in Deutschland die Möglichkeit, ganz auf indische Steine, bzw. Steine aus anderen Ländern, in denen Kinderarbeit oder Schuldsklaverei verbreitet ist, zu verzichten. Mit Steinen aus Deutschland, aber auch aus den meisten anderen europäischen Ländern, erhält der Verbraucher die Garantie, dass der Abbau und die Bearbeitung unter menschenwürdigen Bedingungen und ohne Ausbeutung von Kindern oder auch Schuldsklaven durchgeführt werden.

Auch reformiert die Verwendung einheimischer Steine unsere Friedhofskultur. Die einheitliche Materialsprache und die Tradition einer regionalen Grabmalkultur werden durch "exotische" Steine aus fernen Ländern zerstört. Dies stellt einen immensen Verlust an Tradition und Identität dar. Als Beispiel zeigt der traditionelle Ruhrsandstein im Ruhrgebiet, wie eine regional geprägte Grabmalkultur aussehen kann: ungeschliffene Grabmale, durch ihre Herkunft in ihrer Region verwurzelt, stiften gleichzeitig Identität und sind Ausdruck der regionalen Trauerkultur.

Viele Verbraucher unterliegen dem Trugschluss, einheimische, handwerklich bearbeitete Steine seien stets teurer als die Importware. Das ist nicht der Fall. Welche Möglichkeiten individuell gefertigte Grabmale aus einheimischer Produktion bieten, zeigt überzeugend die Website www.grabmal-portal.de, der Internetauftritt einer Gruppe von Steinmetzen, die sich dem qualitativ hochwertigen und für den Verbraucher bezahlbaren Handwerk verpflichtet haben.

Auch günstige Industriegrabmale aus einheimischer Produktion mit europäischen Steinarten stellen qualitativ und preislich eine Alternative zu indischen Grabmalen dar. Weiterhin sichern Grabmale aus einheimischem Stein und einheimischer Produktion Arbeitsplätze in Deutschland. Dazu ist die Ökobilanz ganz auf der Seite der einheimischen Steine: Transporte über viele tausende Kilometer mit immensem Energieverbrauch entfallen.

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