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Elterninitiative übergibt der Universitätsklinik Düsseldorf Abschiedsraum

Möglichkeit für Angehörige von verstorbenen Patienten der Kinderklinik zur würdigen Abschiednahme | | 0 Kommentare |

Die Elterninitiative Kinderkrebsklinik e. V. hat der Universitäts-Kinderklinik einen "Abschiedsraum" mit dem Namen "Hauch des Lebens" übergeben. Er schafft für Angehörige von verstorbenen Patienten der Kinderklinik die Möglichkeit, sich in einem würdigen und ruhigen Rahmen zu verabschieden. Der Abschiedsraum verzichtet bewusst auf jegliche konfessionelle Symbole, um für Mitglieder aller Religionsgemeinschaften offen zu sein.

Mit der Integration eines Abschiedsraumes wird die Gesamtaufgabe und Kultur einer am Menschen orientierten Klinik mitqualifiziert, so die Meinung der Designer von G&V Design.

Die Designer von Graffunder & Venne aus Wuppertal haben einen Ort geschaffen, der durch die Gestaltung - Materialen, Licht und Formen - "die Kälte und Härte eines solchen Momentes aufzufangen versucht", so die Künstler. Ursula Zappey, Vorsitzende der Elterninitiative, erläutert: "Es ist ein wirklich schöner Raum, dessen Einrichtung uns ein Anliegen war. Familien und Freunde verstorbener Patienten sind dort ungestört."

Die Philosophie des Raumes: "Der Hauch des Lebens".

Der Raum spiegelt die Übertragung eines Zustandes wider. Durch die wellenartige Struktur der Wände, die ausschließlich zum Fenster fließen, soll der Abschied symbolisiert werden. Ein letzter Moment fließt ruhig und still durch diesen Ort in eine andere geistliche Welt.

Tränen werden in diesem Raum fließen, sie werden den Raum füllen und auch wieder vergehen.Diese Tränen wurden in einer Glas-Skulptur symbolisch eingefangen. Die Designer nennen die Skulptur "Erstarrte Tränen."

Die Skulptur ist aber noch mehr, denn durch die Wahl von blauem und klarem Glas in Verbindung mit Licht das vom Fenster kommt, lösen sich die Glaskörper in tausend kleine Lichtpunkte und Facettenspiele auf und lassen den Angehörigen gedanklichen Raum:Ein Hauch des Lebens der sich widerspiegelt

Die im Angehörigen befindliche Kälte, der fröstelnde Eindruck, die Emotion werden aufgefangen durch die Auswahl der Materialien von natürlichem Eschenholz und der Farbgebung des Raumes konträr zum Erscheinungsbild eines stationären Raumes. Die Wegnahme der vertikalen Ecken und Kanten an der Wand, die in weichen Radien umgesetzt wurden, sollen die Bedeutung weich und fließend weiter unterstreichen.

Ein zweites seitliches Lichtfenster mit künstlerischer Glasarbeit schafft eine weitere Offenheit im Sinne von Größe.Der dazu gestaltete Katafalk aus Holz, der den pathologischen Hubwagen verdeckt, fügt sich harmonisch in das Raumkonzept ein.

Doch nicht nur der Raum hat die Aufgabe für eine begleitende Unterstützung, sondern auch der Weg den die Angehörigen zu diesem Abschiedsraum gehen müssen ist ein wichtiger Teil der Gesamtgestaltung. Auf diesem Weg wird der Angehörige nicht in einen kalt- weiß gestrichenen Klinikflur geführt sondern er wird durch eine Wandgestaltung spirituell bis zum Ort der Stille begleitet. An der Wand befindet sich eine symbolisch dargestellte liegende Ähre, auf deren Körnern in Messing ausgewählte Verse ablesbar sind. Diese Verse können unterstützend, tröstend oder auch ein Stück spätere Erinnerung sein.

Das harmonisches Gesamtkonzept bietet Hinterbliebenen Hilfe und Unterstützung beim Abschiednehmen und gibt dem Pflegepersonal in ethischen Krisensituationen Hilfestellung im Umgang mit dem Toten und deren Angehörigen. Die Universitätsklinik hat damit einen weiteren Schritt getan um seinen Patienten, wenn das Leben nicht erhalten werden kann, in Würde gehen lassen zu können.

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