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Einweihung der Lichterstele auf dem neuen Kindergrabfeld in Dinslaken

Steinmetze des Grabmal-Portals stifteten Gedenkstein für den Parkfriedhof | | 0 Kommentare |

Auf dem neuen Kindergräberfeld des Dinslakener Parkfriedhofs ist am 09.12.2007 die von der Interessengemeinschaft Grabmal-Portal gestiftete Gedenkstele eingeweiht worden. Am "World Candlelight Day", dem Gedenktag aller verstorbenen Kinder, übergaben die Steinmetze des Grabmal-Portals der Stadt Dinslaken die Gedenkstele. In einem von der Interessengemeinschaft ausgeschriebenen Wettbewerb konnte die Stadt durch ihre gut koordinierte Trauerarbeit überzeugen und erhielt so den Zuschlag.

Die Übergabe und die Einweihung fanden im Rahmen einer stimmungsvollen Feier statt. Friedhofsbesucher wurden von Querflöten- und Gitarrenmusik angelockt. Die von Steinbildhauer Timothy Vincent entworfene Steinstele im noch kargen, neu angelegten Gräberfeld zog an diesem Sonntag die Blicke zahlreicher Besucher auf sich. Das spärliche Sonnenlicht des Tages brachte die Natur belassene Oberfläche aus erdfarbenem Sandstein geradezu zum Leuchten und brach sich - besonders schön anzuschauen - in den herausgearbeiteten Nischen der Stele.

In seiner Rede betonte Timothy Vincent als Sprecher der Interessengemeinschaft Grabmal-Portal die Bedeutung eines Grabmals für die Bewältigung der Trauer. Diese bräuchte Form und Ausdruck, einen Ort, um nicht lähmend und übermächtig zu werden. "Mit der Realisierung dieses Ortes hier auf dem Parkfriedhof ist den Menschen die Möglichkeit gegeben, an einem bestimmten Platz ein Licht anzuzünden, um durch symbolisch wiederholtes Zurückholen und Weggeben des Betrauerten eine allmähliche Bejahung und Loslösung möglich werden zu lassen", so der Bildhauer. Mit der Hoffnung, dass die Lichterstele gut angenommen werde und den Hinterbliebenen helfe, dem Kummer eine Gestalt zu geben, schloss Vincent seine Rede.

Bürgermeisterin Sabine Weiss dankte den Stiftern des Grabmal-Portals. Sie betonte, dass dieses Geschenk mehr als nur eine Skulptur sei. Die Stele solle zu einem Ort der Erinnerung und Liebe werden. Sehr erfreut zeigte sich Frau Weiss über die schnelle Realisierung der Grabstätte. Gerade mal zwei Monate habe es von der Idee bis zur Verwirklichung gedauert. Frau Weiss betonte, dass die Stele durch die Kraft des Ortes ein würdiger zentraler Platz für alle Friedhofsbesucher werden könne.

Dem positiven Urteil schloss sich auch Wilhelm Knopf vom Förderverein für Bestattungskultur an. Die Stele sei ein gutes und wichtiges Zeichen für die heutige Bestat-tungskultur.

In Anlehnung an die Worte Timothy Vincents, dass es die Lücke zu füllen gelte, die der Tod eines Kindes hinterlasse, füllten betroffene Eltern und Geschwister die Nischen der Steinstele zum Abschluss der Einweihung mit mitgebrachten Symbolen. Mit den Worten: "Wir wollen den Stein für unsere Steinkinder schmücken, die uns helfen, diesen Verlust zu ertragen" legten sie verschiedene Gegenstände in den Nischen der Stele ab: einen Teddy für die Spiel- und Kuschelstunden, die sie nicht erleben durften, einen Adventsstern als Symbol für die Freude am Leben, die es wieder zu lernen gilt, eine Träne zur Erleichterung der Stunden der Trauer und Verzweiflung, eine Muschel als Symbol für die zwei Teile, die immer zusammengehören und doch getrennt sind, und eine Kerze zur Erhellung der dunklen Stunden der Einsamkeit.

Schon Anfang kommenden Jahres soll die erste Beisetzung von früh- und totgeborenen Kindern auf dem neuen Gräberfeld stattfinden.

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