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Aureus-Projekt gibt dem Friedhof neuen Sinn

Bürgerprojekt für eine neue Erinnerungskultur in Mainz | | 0 Kommentare |

Aus einer privaten Initiative aufgrund der Wertschätzung für den Mainzer Hauptfriedhof - dessen Namenspatron der frühchristliche Bischof und Märtyrer Aureus ist - heraus entwickelte sich in den letzten vier Jahren das Aureus-Projekt. Das eigentlich lokale Bürgerprojekt findet mittlerweile in ganz Deutschland Beteiligte.

Ausgangspunkt war ein Fotowettbewerb unter dem Motto "Im Zeichen der Rose". Die Resonanz war überwältigend: 2742 Arbeiten aus ganz Deutschland wurden eingereicht. Mit den Beiträgen von 200 Textautoren und 600 Bildern aus dem Wettbewerb wurde 2006 ein Buch mit dem Titel "Ein Ort der Stille" herausgebracht, das wegen des großen Interesses schon nach kurzer Zeit in zweiter Auflage erschien. Der Sinn des Friedhofs im Denken wurde damit gestärkt.

Aus den verschiedenen Aktivitäten entstand eine gemeinsame Veranstaltung: die Aureusnacht. Jedes Jahr am Abend des Feiertages Allerseelen wird in Mainz aller Verstorbenen gedacht. 2.500 bis 3.000 Grableuchten werden dann in das Mainzer Allerseelenrad hineingestellt, ein Rad, das an das Mainzer Stadtwappen erinnert, aber auch den Zusammenhalt der Menschen symbolisiert. Neben den christlichen werden auch jüdische und islamische Gemeinden in die Feierlichkeiten integriert. Die Leuchten werden am Tag nach den Feierlichkeiten auf dem Mainzer Hauptfriedhof an Stellen entzündet, an denen kein Licht leuchtet.

Nach der Gründung des Vereins "Nekropolis Moguntia" in Mainz arbeiten die Beteiligten nicht nur auf lokaler und regionaler Ebene für die Stärkung der Erinnerungskultur, sondern kooperieren bundes- und europaweit mit ähnlichen Initiativen.

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