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Ohlsdorfer Friedhof: Grabmal als Statement zur Begräbniskultur heute

Grabstätte für F.C. Gundlach ist fertig gestellt worden | 26.08.2008 |

Nach der Planungsphase und rund eineinhalbjähriger Bauzeit ist die von F.C. Gundlach in Auftrag gegebene Grabstätte auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg im Juni fertig gestellt worden. Anlass für die Realisierung war die Idee des Fotografen, Sakral- und Grabkultur neu zu interpretieren: "Auf der Suche nach einem bestimmten Grab wurde ich angeregt, über die heutige Begräbniskultur nachzudenken. Schnell stellte ich fest, dass diese oft standardisiert ist. Bei anonymen Beisetzungen wird geradezu auf jegliche Bestattungs- und Grabkultur verzichtet. Unsere Grabstätte ist 'das letzte Haus', 'la ultima casa'. So wie sich die Begräbniskultur verändert hat, hat sich auch unser Verhältnis zum Tode verändert, wenn dieser nicht gar total verdrängt wird. Diese Überlegungen brachten mich dazu, über meinen eigenen Tod und damit auch über die Gestaltung eines Grabmals nachzudenken."

Der Entwurf eines raumhaltigen skulpturalen Objektes, das in seiner klar gegliederten Form Bezüge sowohl zu historischen Grabstätten als auch zu Kunstwerken der Moderne aufnimmt, stammt von dem Architekten Roland Poppensieker, Berlin. Der Kubus des Mausoleums misst drei mal drei mal drei Meter. Er vereint den Sarkophag - also den Steinsarg - mit einem baldachinartigen schützenden Dach, wie es häufig in der Entwicklung der Grabmonumente bis zurück zur Steinzeit auftaucht. Poppensieker schlug vor, als zeitgemäßen Werkstoff Sichtbeton zu verwenden. Weiteres Element ist die in einem speziellen Verfahren in Beton gegossene Fotogravur auf der Stirnseite. Die Fotografie "Ägypten, Kairo 1966. Pyramiden von Gizeh" ist ein zentrales Motiv aus dem Werk von F.C. Gundlach. Die Umsetzung des Entwurfes war nur möglich durch das besondere Engagement der beteiligten Baufirmen und die Aufgeschlossenheit der Hamburger Friedhöfe.

Weitere Informationen:

Stiftung F.C. Gundlach
Gesine Pannhausen - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 040 – 44 45 51
E-Mail: presse@fcgundlach.de