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Kostensteigerung im Friedhofswesen durch Zunahme von Überhangflächen

Studie zeigt, wie sich das Problem nicht benötigter Flächen weiter verschärft | | 0 Kommentare |

Der Nachfragewandel hin zu kleineren Urnengräbern und pflegefreien Gräbern bedingt einen weiteren Anstieg der Überkapazitäten und der Gebührensätze für die Bürger.

Im Institut für Kommunale Haushaltswirtschaft werden die Friedhofskalkulationen zahlreicher deutscher Städte, Gemeinden und Kirchengemeinden gerechnet. Hier liegen qualifizierte und übertragbare Kennzahlen vor. Die aktuelle Auswertung bestätigt den Trend zu kleineren Gräbern und die dadurch erwachsenden Probleme durch Flächenüberkapazitäten.

Die Gräberfelder sind aktuell durchschnittlich nur noch zu etwa 20 Prozent direkt mit Gräbern belegt. Wenn heute 100 Gräber aus der Laufzeit der Nutzungsrechte auslaufen, kommen nur noch 79 Gräber neu hinzu. Davon sind 68 Gräber Standardgräber und 11 Sondergrabtypen mit noch geringerem Flächenbedarf.
Wenn dabei berücksichtigt wird, dass die auslaufenden Grabtypen weit überwiegend größere Sarggräber sind und die neu hinzu kommenden Gräber zu großen Teilen kleinere Urnengräber, so gilt die Feststellung, dass etwa nur noch jeder zweite Quadratmeter der auslaufenden Flächen für Neubelegungen wieder gebraucht wird. Die Hälfte dieser frei werdenden Flächen wird nicht mehr gebraucht. Allein in zehn Jahren werden 20 Prozent der bisherigen Flächen zu Überhangflächen.

Bei einem Kostensatz von jetzt 2,22 Euro je Quadratmeter zu pflegender Fläche und somit etwa 860 Millionen Euro jährlicher Unterhaltungskosten in Deutschland, kostet dieser Überhang jährlich zusätzlich 17 Milionen Euro. Allein über diesen kumulierenden Effekt wird der Finanzbedarf für diese Überkapazitäten innerhalb der nächsten zehn Jahre um etwa 950 Millionen Euro ansteigen.

Das Institut für Kommunale Haushaltswirtschaft hat berechnet, dass die Leistungsverbindlichkeiten aus bestehenden Grabnutzungsrechten (Vorauszahlungen) für die deutschen Friedhofsträger nunmehr auf etwa 12 Milliarden Euro angewachsen sind.

Quelle: Pressemitteilung des Instituts für Kommunale Haushaltswirtschaft

Eine umfangreichere Datenanalyse des IKH und die Tabelle der Kennzahlen finden Sie in unten stehender PDF-Datei.

Dateien zu diesem Artikel zum Download:
  Tendenz der Vergleichskennzahlen im deutschen Friedhofswesen (IKH) ( 186 Kb )

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