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Sammelband "Zwischen Leben und Tod"

Sozialwissenschaftliche Grenzgänge | | 0 Kommentare |


Der vorliegende Band der Herausgeber Thorsten Benkel und Matthias Meitzler (beide lehren Soziologie an der Universität Passau) versammelt Studien zu den gesellschaftlichen, kulturellen, rechtlichen, medialen, religiösen, ethischen und medizinischen Aspekten des Spannungsverhältnisses von Existenz und Nichtexistenz. Vormals als eindeutig empfundene Grenzziehungen verlieren ihre Konturen. Traditionelle Wissenssysteme können diesen Zugewinn an Ambivalenz nicht mehr adäquat abbilden und müssen daher neuen Deutungsmustern Platz machen. Die sozialwissenschaftliche Analyse zeigt: Wer, wann, wo, wie und warum tot ist, hängt von den Bezugsfeldern ab, in denen die Diagnose gestellt wird.

Was das Lebensende ist, womit es einher geht, was es auslöst und wie es beobachtet werden kann, lässt sich in einer ausdifferenzierten Welt also nicht mehr "objektiv" bestimmen. Dennoch sind Versuche, hier eine unbestechliche Tatsächlichkeit zu unterstellen, nach wie vor weit verbreitet. Sie basieren auf hegemonialen Wissensansprüchen, die sich bei näherer Betrachtung als kultur- und situationsspezifisch herausstellen. In dem vorliegenden Band wird anhand konkreter Problemkonstellationen veranschaulicht, dass Leben und Tod weniger antagonistisch sind, als es den Anschein haben mag.

Das Buch richtet sich zwar vornehmlich an Dozenten und Studenten der Soziologie und angrenzender Disziplinen, ist aber sicherlich auch für Experten aus dem Bestattungs- und Friedhofswesen sowie alle anderen, die sich mit dem Thema Sterben und Tod tiefer gehend befassen, interessant.

Thorsten Benkel/Matthias Meitzler (Hrsg.):
Zwischen Leben und Tod. Sozialwissenschaftliche Grenzgänge
Verlag Springer VS
ISBN 978-3-658-22276-5
288 Seiten, 44,99 Euro (eBook 34,99 Euro)

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