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Ausstellung "deadline" im Museum für Sepulkralkultur

Noch bis zum 14. Juli 2019 in Kassel | 06.05.2019 |


Kunstwerke entspringen inneren Notwendigkeiten. Maler, Bildhauer, Fotografen oder - allgemeiner und damit unscharf gesprochen - "Künstler" wirken mit ihrer Arbeit gegen die Endlichkeit, indem sie Spuren ihres Seins hinterlassen. Sie formen oder gestalten mit unterschiedlichsten Methoden und Materialien und in ihrem unermüdlichen Tun wird dennoch deutlich, dass sie selbst und am Ende auch ihre Werke der Vergänglichkeit nicht widerstehen können.

Der Bildhauer Stephan Balkenhol hat in seinem künstlerischen Schaffen bereits viele Skulpturen, Reliefs und Druckgraphiken geschaffen, in denen er sich mit dem Tod in symbolhafter Weise auseinandersetzt. Im Knochenmann oder in Serien von Schädelreliefs offenbart sich sein persönliches Interesse am auf ewig letzten Rätsel des Menschseins, und wie in all seinen Arbeiten wird auch hier seine einzigartige Behandlung von Holz deutlich. Im Arbeitsprozess nimmt Balkenhol Material weg, um dem Werk etwas hinzuzufügen. Er ist Urheber und Bildermacher. Das Holz verliert an Volumen und gewinnt an Gestalt. Inhalte liegen in der Betrachtung offen da und entziehen sich zugleich in die Schichten, die nicht weggeschnitten wurden.

Das Museum für Sepulkralkultur, das seit 1992 dem Themenspektrum Sterben, Tod, Bestatten, Trauer und Gedenken gewidmet ist, zeigt in Zusammenarbeit mit Stephan Balkenhol alte und neue Arbeiten zum Tod. Die offene und lichtdurchflutete Architektur des von Wilhelm Kücker entworfenen Museums schafft für die meist farbig gefassten Skulpturen besondere Raumsituationen. Es ist die erste thematische Museums-ausstellung in seiner Wahlheimat Kassel, die an einem ihm vertrauten Ort auf dem Kasseler Weinberg stattfinden wird: Im gegenüber gelegenen Friedrichsgymnasium ging Balkenhol in den 1970er-Jahren zur Schule.

Quelle:  Sepulkralmuseum Kassel