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Studie über die "Autonomie der Trauer"

Zur Ambivalenz des sozialen Wandels | 23.09.2019 |


Die Sepulkralkultur befindet sich in einem massiven Umbruch. Friedhofslandschaften und Bestattungsrituale in Deutschland verändern ihr Gesicht. Sie sind nicht mehr der Spiegel kollektivistischer Sinnangebote, sondern reflektieren Lebenswelten. Der Tod und die Handlungskonzepte, die ihn einrahmen, sind folglich zutiefst pluralistisch geprägt. Die rechtlichen Vorschriften bleiben dem gegenüber erstaunlich starr. Friedhofsordnungen und andere Bestimmungen sind somit immer häufiger ein Stein des Anstoßes; insbesondere der Friedhofszwang gilt zunehmend als Bürde.

Seit einiger Zeit haben sich nun Praktiken etabliert, bei denen Hinterbliebene die Asche Verstorbener zuhause aufbewahren bzw. an alternativen Orten verstreuen. Die Auslöser dieser schleichenden Veränderung wurzeln in der Individualisierung. So sehr es sich einerseits um autonome Entscheidungen handelt, so stark liegen andererseits Wandlungsprozesse des kulturellen Bewusstseins vor. Sie stehen für eine Verschiebung in Richtung einer Autonomie der Trauer.

Im vorliegenden Band beleuchten die drei Forscher Thorsten Benkel, Matthias Meitzler und Dirk Preuß ausführlich die beschriebenen sozialen Wandlungsprozesse, ihre Gründe und ihre Folgen. Eingeflossen sind in die äußerst lehrreiche (von Aeternitas geförderte) Studie unter anderem auch die Ergebnisse einer Online-Umfrage und zahlreicher ausführlicher Interviews, die die Forscher im Rahmen ihrer Recherche mit Trauernden geführt haben.

Thorsten Benkel/Matthias Meitzler/Dirk Preuß:
Autonomie der Trauer. Zur Ambivalenz des sozialen Wandels
Nomos-Verlag
ISBN 978-3-8487-6032-9
220 Seiten
44,- Euro