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Privatgrundstück

Privatgrundstück
Die Möglichkeit, Totenasche auf privaten Grundstücken beizusetzen, gibt es in Bremen und Nordrhein-Westfalen (Stand 2019). Beide Bundesländer erlauben dies unter bestimmten Umständen. Darüber hinaus beinhalten die Bestattungsgesetze einiger weiterer Bundesländer - verfassungsrechtlich gebotene - Regelungen für Ausnahmen vom Friedhofszwang, die aber so restriktiv formuliert sind und gehandhabt werden, dass sie in der Praxis kaum eine Rolle spielen.

So liberal wie in Bremen sind die Regelungen zum Friedhofszwang in keinem anderen Bundesland. Dort ist das Ausstreuen oder Beisetzen der Totenasche außerhalb von Friedhöfen (auch auf Privatgrundstücken) erlaubt und dabei an folgende Bedingungen geknüpft: Verstorbene (nur Bremer Bürger) müssen zu Lebzeiten schriftlich verfügt haben, an welchem Ort das Ausstreuen der Asche gewünscht wird. Beim Ausstreuen auf privatem Grund dürfen benachbarte Grundstücke nicht beeinträchtigt werden und die Beisetzung nicht gegen Entgelt erfolgen. Darüber hinaus muss der Eigentümer des betreffenden Grundstücks mit der Beisetzung einverstanden sein.

Neu ist (seit Mitte 2019), dass entgegen der bisherigen Praxis die Benennung eines Totensorgeberechtigten nicht mehr zwingend notwendig ist. Aeternitas hält diese jedoch weiterhin für sinnvoll, da nach dem eigenen Tod Klarheit darüber herrscht, wer sich um die Organisation der Bestattung kümmern soll und die Wünsche des Verstorbenen umsetzt. Diese Person sollte allerdings auch ihre Bereitschaft dazu geäußert haben.

Eine Auswahl an Formularen stellen wir hier zur Verfügung:

 Antrag auf die Beisetzung
 Bestattungsverfügung
 Eidesstattliche Versicherung

Entsprechende Anträge müssen in Bremen nun beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr und in der Stadtgemeinde Bremerhaven beim Magistrat gestellt werden. Bisher war für die Genehmigungen der Umweltbetrieb Bremen, Eigenbetrieb der Stadtgemeinde Bremen zuständig, vorher (bis Ende 2016) das Institut für Rechts- und Verkehrsmedizin in Bremen.

In Nordrhein-Westfalen darf nach dem Bestattungsgesetz in Ausnahmefällen die Totenasche ohne Urne auch außerhalb eines Friedhofs beigesetzt bzw. verstreut werden. Hier gilt aber: Die Beisetzung/Verstreuung muss von der örtlichen Friedhofsverwaltung genehmigt werden. Die Zustimmung sollten Sie möglichst im Vorfeld einholen und der Bestattungsverfügung beilegen. Die Genehmigung darf erteilt werden, wenn der Verstorbene dies zu Lebzeiten schriftlich bestimmt hat, beim Beisetzungsort die "Achtung der Totenwürde" gesichert ist und der Beisetzungsort dauerhaft öffentlich zugänglich ist. Eine Beisetzung der Totenasche im eigenen privaten Garten ist damit in der Praxis extrem erschwert.

 Vorsorgeinformationen zum Thema "Privatgrundstück"

Aufgrund des in Deutschland herrschenden Friedhofszwangs sind Beisetzungen auf Privatgrundstücken nur in Ausnahmefällen möglich. Sie sollten bei der Formulierung dieses Wunsches also besonders sorgfältig prüfen, inwieweit dieser auch tatsächlich umgesetzt werden kann.

Nur im Bundesland Bremen ist diese Variante der Aschebeisetzung - unter verschiedenen Voraussetzungen und auch nur für Bremer Bürger - ohne größere Probleme möglich. In allen anderen Bundesländern werden Sie auf große Widerstände bei der praktischen Umsetzung stoßen.

Im Rahmen der Vorsorge zu diskutieren wäre darüber hinaus unter Umständen, inwieweit Ihre - möglicherweise vorhandenen - Angehörigen oder andere Hinterbliebene mit Ihrer Entscheidung später leben können, da es kein allgemein zugängliches Grab zum Beispiel auf einem Friedhof gäbe. Hier empfiehlt es sich besonders, sich im Vorfeld des eigenen Todes mit denen auszutauschen, die später mit den eigenen Wünschen leben müssen.


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Dateien zu diesem Artikel zum Download:
  Antrag Aschebeisetzung (PDF) ( 21 Kb )
  Merkblatt für beizubringende Dokumente ( 82 Kb )
  Bestattungsverfügung (PDF) ( 15 Kb )
  Eidesstattliche Versicherung (PDF) ( 11 Kb )


 
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