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Privatgrundstück

Privatgrundstück
Die Möglichkeit, Totenasche auf privaten Grundstücken beizusetzen, gibt es in Bremen und Nordrhein-Westfalen (Stand 2017). Beide Bundesländer erlauben dies unter bestimmten Umständen. Darüber hinaus beinhalten die Bestattungsgesetze einiger weiterer Bundesländer - verfassungsrechtlich gebotene - Regelungen für Ausnahmen vom Friedhofszwang, die aber so restriktiv formuliert sind und gehandhabt werden, dass sie in der Praxis kaum eine Rolle spielen.

So liberal wie in Bremen sind die Regelungen zum Friedhofszwang in keinem anderen Bundesland. Dort ist das Ausstreuen oder Beisetzen der Totenasche außerhalb von Friedhöfen (auch auf Privatgrundstücken) erlaubt und dabei an folgende Bedingungen geknüpft: Verstorbene (nur Bremer Bürger) müssen zu Lebzeiten schriftlich verfügt haben, an welchem Ort das Ausstreuen der Asche gewünscht wird. Außerdem muss eine Person zur Totenfürsorge benannt werden, die beim Ausstreuen einen pietätvollen Rahmen sicherstellt. Beim Ausstreuen auf privatem Grund dürfen benachbarte Grundstücke nicht beeinträchtigt werden und die Beisetzung nicht gegen Entgelt erfolgen. Darüber hinaus muss der Eigentümer des betreffenden Grundstücks mit der Beisetzung einverstanden sein. Die öffentlichen Flächen außerhalb von Friedhöfen, auf denen Totenasche verstreut werden darf, werden von der Gemeinde ausgewiesen. Eine Auswahl an notwendigen Formularen stellen wir hier zur Verfügung:

 Antrag auf die Beisetzung
 Bestattungsverfügung
 Eidesstattliche Versicherung

Bis Ende 2015 war das Institut für Rechts- und Verkehrsmedizin in Bremen für die Genehmigung zuständig, das dazu auch ein  Merkblatt mit einer Liste der beizubringenden Dokumente veröffentlicht hatte. Seit Januar 2016 bearbeitet der Umweltbetrieb Bremen, Eigenbetrieb der Stadtgemeinde Bremen, die Anträge.

In Nordrhein-Westfalen darf nach dem Bestattungsgesetz in Ausnahmefällen die Totenasche ohne Urne auch außerhalb eines Friedhofs beigesetzt bzw. verstreut werden. Hier gilt aber: Die Beisetzung/Verstreuung muss von der örtlichen Friedhofsverwaltung genehmigt werden. Die Zustimmung sollten Sie möglichst im Vorfeld einholen und der Bestattungsverfügung beilegen. Die Genehmigung darf erteilt werden, wenn der Verstorbene dies zu Lebzeiten schriftlich bestimmt hat, beim Beisetzungsort die "Achtung der Totenwürde" gesichert ist und der Beisetzungsort dauerhaft öffentlich zugänglich ist. Eine Beisetzung der Totenasche im eigenen privaten Garten ist damit in der Praxis extrem erschwert.

 Vorsorgeinformationen zum Thema "Privatgrundstück"

Aufgrund des in Deutschland herrschenden Friedhofszwangs sind Beisetzungen auf Privatgrundstücken nur in Ausnahmefällen möglich. Sie sollten bei der Formulierung dieses Wunsches also besonders sorgfältig prüfen, inwieweit dieser auch tatsächlich umgesetzt werden kann.

Nur im Bundesland Bremen ist diese Variante der Aschebeisetzung - unter verschiedenen Voraussetzungen und auch nur für Bremer Bürger - ohne größere Probleme möglich. In allen anderen Bundesländern werden Sie auf große Widerstände bei der praktischen Umsetzung stoßen.

Im Rahmen der Vorsorge zu diskutieren wäre darüber hinaus unter Umständen, inwieweit Ihre - möglicherweise vorhandenen - Angehörigen oder andere Hinterbliebene mit Ihrer Entscheidung später leben können, da es kein allgemein zugängliches Grab zum Beispiel auf einem Friedhof gäbe. Hier empfiehlt es sich besonders, sich im Vorfeld des eigenen Todes mit denen auszutauschen, die später mit den eigenen Wünschen leben müssen.


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Dateien zu diesem Artikel zum Download:
  Antrag Aschebeisetzung (PDF) ( 21 Kb )
  Merkblatt für beizubringende Dokumente ( 82 Kb )
  Bestattungsverfügung (PDF) ( 15 Kb )
  Eidesstattliche Versicherung (PDF) ( 11 Kb )
 
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