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Ärztliche Leichenschau

Nachdem ein Mensch verstorben ist, muss ein Arzt im Rahmen der gesetzlich vorgeschrieben Leichenschau den Tod des Verstorbenen feststellen und Todesart und Todesursache untersuchen. Er stellt dann eine Todesbescheinigung aus, in die er die Ergebnisse seiner Untersuchung einträgt.

Die Leichenschau (verbunden mit dem Ausstellen der Todesbescheinigung) ist kostenpflichtig und keine Leistung der Krankenkasse. Sie muss von den Angehörigen bezahlt werden. Der Arzt erstellt eine Privatrechnung nach der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Diese Vorgehensweise klingt eindeutig, die Vorgaben scheinen klar. Doch in der Praxis sind die Rechnungen der Ärzte häufig unterschiedlich hoch. Das führt schnell zu Missverständnissen und Verärgerung unter den Beteiligten.

Bis zum 31.12.2019 konnte eine Leichenschau nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) bis zu 76,56 Euro kosten. Dieser Höchstbetrag galt jedoch nur in Fällen mit besonderer Schwierigkeit, so dass sich in der Regel bei korrekter Abrechnung Beträge zwischen 20 und 60 Euro ergaben. Entsprechende Summen schienen für den notwendigen zeitlichen Aufwand einer hochqualifizierten Berufsgruppe nicht mehr angemessen. Dies hat die Bundesregierung zur Änderung der Gebührenordnung veranlasst. Die neue Fassung gilt seit dem 01.01.2020 und sieht weitaus höhere Gebühren vor als bisher.

Bei der Reform wurde darüber hinaus berücksichtigt, dass im organisierten Bereitschafts- und Rettungsdienst aufgrund des Vorrangs der Versorgung von Patientinnen und Patienten aus zeitlichen Gründen häufig nur eine vorläufige Leichenschau erfolgen kann und muss. Für diese konnte bislang keine Gebühr verlangt werden. Nach der Neuregelung wird deshalb nach vorläufiger (Ziffer 100 GOÄ) und eingehender Leichenschau (Ziffer 101 GOÄ) differenziert. Ohne eine eingehende Leichenschau ist weiterhin keine Bestattung möglich, sodass die Zahlungspflichtigen im Falle einer erfolgten vorläufigen Leichenschau doppelt belastet werden.

Für die bei jedem Todesfall notwendige eingehende Leichenschau hat die GOÄ einen Kostenrahmen zwischen in der Regel 103 Euro und 265 Euro eröffnet. Die konkret zu berechnende Gebühr ist dabei abhängig von der Dauer und dem Umfang der Leistung, der Uhrzeit und dem Wochentag sowie der Entfernung der Arztpraxis (alternativ des Wohnorts des Arztes) zum Ort der Leichenschau. Bei Entfernungen von über 25 Kilometer wird der übliche Rahmen überschritten und es werden Beträge über 300 Euro erreicht.

Für die vorläufige Leichenschau sind die Gesamtgebühren ebenso abhängig von der Dauer und dem Umfang der Leistung, der Uhrzeit und dem Wochentag sowie der Entfernung zum Ort der Durchführung. Die Gesamtkosten fallen jedoch regelmäßig geringer aus, insbesondere weil die Gebühr für die vorläufige Leichenschau selbst (Ziffer 100) geringer ist.

In den hier verlinkten PDF-Dateien erläutert Aeternitas im Detail, wie die korrekte Abrechnung zu erfolgen hat (bzw. bis Ende 2019 zu erfolgen hatte). Bei Fragen dazu oder bei Problemen mit den Ihnen vorliegenden Rechnungen können sich Betroffene gerne an Aeternitas wenden.

Hinweis zum alten Recht: Aufgrund der geltenden Verjährungsfristen (drei Jahre mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist) können unter Umständen noch bis Ende 2022 zu hohe gezahlte Beträge aus Rechnungen für eine Leichenschau aus dem Zeitraum vor 2020 zurückgefordert werden – auf Basis der hier dargestellten, bis zum 31.12.2019 gültigen Regelungen.

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Dateien zu diesem Artikel zum Download:
  Leichenschau (GOÄ) - Gebühren (bis 2019) ( 124 Kb )
  Leichenschau (GOÄ) - Gebühren (ab 2020) ( 175 Kb )
  Leichenschau (GOÄ) - Rechnungspositionen und Erläuterungen (bis 2019) ( 227 Kb )


 
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