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Bestattungskosten



1. Definition


Es handelt sich um die Geldbeträge, die aufgewandt werden müssen, um entweder einen Leichnam beizusetzen oder ihn einzuäschern, und dann die Asche/Urne beisetzen zu lassen.


2. Zusammensetzung


Die Bestattungskosten setzen sich im Rahmen einer klassischen Bestattung aus den Kosten für Bestatter, Friedhof, Friedhofsgärtner und Steinmetz zusammen.


2.1. Erdbestattung


2.1.1 Bestatter


Bei der Erdbestattung können für folgende Posten beim Bestatter Kosten anfallen:
- Kühlung des Leichnams
- Sarg
- Kissen, Decken, Polster (Sargausstattung)
- Totenbekleidung
- Hygienische Versorgung
- Ankleiden und Einsargung
- Überführungskosten
- Aufbahrung und Trauerhallengestaltung
- Trauerfeier
- Trauerbriefe
- Traueranzeige
- Allgemeine Verwaltungskosten wie „Erledigung der Formalitäten“
- Grabkreuz
- Trauerhalle (falls eigene des Bestatters vorhanden)

2.1.2 Friedhof


Zwischen den Friedhofsgebühren der einzelnen Städte und Gemeinden in Deutschland bestehen erhebliche Unterschiede.
Grundsätzlich fällt die Grabnutzungsgebühr für die Einräumung des Grabnutzungsrechts an. Außerdem häufig verschiedene Gebühren für die Bestattung bzw. Beisetzung, wie z.B. für Graböffnung und Schließung, für die Nutzung der Trauerhalle usw. Es dürfen z.T. auch pauschale Gebühren berechnet werden. Weitere Gebühren stellen die Friedhofsunterhaltungsgebühr, und die Gebühr für die Genehmigung eines Grabmals dar. Im Einzelnen wird auf den Artikel Friedhofsgebühren verwiesen.


2.1.3. Friedhofsgärtner



Für die Grabanlage, und die darauf folgende Pflege während des Bestehens des Grabes wird regelmäßig eine gärtnerische Gestaltung gewählt und zu einem großen Teil von den Friedhofsträgern in der jeweiligen örtlichen Friedhofssatzung vorgeschrieben. Die Grabnutzungsberechtigten können die Grabpflege entweder selbst vornehmen oder aber einen Friedhofsgärtner damit beauftragen.
Es können jährliche Pflege- oder Dauergrabpflegeverträge mit den Friedhofsgärtnern abgeschlossen. Dabei sind nicht immer die Dienstleistungen Düngen und Gießen mit eingeschlossen.
Da die Dauergrabpflegeverträge häufig über Jahrzehnte Bestand haben, besteht ein hohes Risiko, dass der beauftragte Gärtner irgendwann in der Vertragszeit insolvent wird. Um dieses Risiko aufzufangen sind verschiedene Treuhandstellen gegründet worden. Mit diesen werden sogenannte Treuhandverträge bzw. Geschäftsbesorgungsverträge abgeschlossen. Das vereinbarte Entgelt für die Dauergrabpflege wird auf einem Treuhandkonto eingezahlt und die Treuhandstelle zahlt an das beauftragte Gärtnereiunternehmen dann in regelmäßigen Abständen die Vergütung anteilsmäßig aus.


2.1.4. Steinmetz


Es können entsprechend den jeweiligen Werkverträgen mit dem Steinmetz Kosten entstehen für:


- Grabmal bzw. Grabstein (je nach Material und Größe teurer oder günstiger)
- Eingravierungen
- Aufstellen des Grabmals
- Transport
- Grabeinfassung (Umrandung)
- Grabmalreinigung und Wiederherstellung der Standsicherheit
 

2.2 Feuerbestattung


2.2.1 Bestatter


Die Kostenposten entsprechen im Wesentlichen den Kosten bei der Erdbestattung, oft wird zusätzlich eine Über-/Schmuckurne verwendet.


2.2.2 Friedhof und Grabpflege


Da eine geringere Fläche für die Urne benötigt wird, sind die Grabnutzungsgebühren häufig niedriger. Entsprechendes gilt für die Grabpflege.


2.2.3 Steinmetz


Auf Urnengräbern finden sich in der Regel kleinere (oder keine) Grabmale, sodass die entsprechenden Kosten häufig geringer sind. Auch hier hängen die Kosten natürlich ebenfalls von Material und Arbeitsaufwand ab.


2.2.4 Seebestattung


Da es sich bei der Seebestattung um eine Feuerbestattungsart handelt, entsprechen die Kosten im Wesentlichen denen bei einer „normalen“ Feuerbestattung mit anschließender Beisetzung auf einem Friedhof. Allerdings entfallen einerseits die Kosten für den Friedhof, andererseits treten die Kosten einer Reederei für die Verbringung der Urne ins Meer hinzu.


3. Kostentragungspflichtige


Für die Bestattungskosten müssen nach § 1968 BGB primär die Erben des Verstorbenen aufkommen. Allerdings werden nach herrschender Meinung unter Juristen hiervon nicht die Kosten der Grabpflege umfasst sondern nur die Erstausstattung des Grabes, da es sich in soweit um keine Rechtspflicht handeln soll. 1,2,3
Ist kein Erbe vorhanden, so trifft die Kostentragungsverpflichtung den Unterhaltspflichtigen. Die Verpflichtung zur Zahlung von Unterhalt muss tatsächlich bis kurz vor dem Tod bestanden haben. 2
Ist auch kein Unterhaltspflichtiger vorhanden, so sind die nach den jeweiligen Landesbestattungsgesetzen bestimmten Bestattungspflichtigen zur (Beauftragung der) Bestattung und damit im Ergebnis zur Zahlung verpflichtet.
Können die Verpflichteten die Kosten aus finanziellen Gründen nicht aufbringen, oder ist Ihnen aus sonstigen Gründen die Kostentragung nicht zumutbar, so kann die Kostenübernahme bei dem zuständigen Sozialamt beantragt werden (vgl. Sozialbestattung).
Von der oben genannten Reihenfolge (Erbe, Unterhaltspflichtiger, Bestattungspflichtiger) gibt es einige Ausnahmen: Noch vor den Erben sind verpflichtet:


- der vertraglich zur Bestattungskostentragung Verpflichtete,
- der schuldhaft die Tötung verursacht hat nach § 844 BGB, § 3 HaftpflG, § 10 StVG, §§ 25ff AtG.

Eine weitere Sondervorschrift stellt § 1615m BGB dar: Hiernach muss der Vater des Kindes für die Bestattungskosten der in der Geburt oder infolge der Schwangerschaft verstorbenen Mutter aufkommen, wenn die Kosten nicht von den Erben der Mutter "zu erlangen" ist.

Wer beim Friedhof das Grabnutzungsrecht begründet einen Bestattungsauftrag oder in sonstiger Weise einen Auftrag für Bestattungsdienstleistungen erteilt, ist als Vertragspartner bzw. Verursacher ebenfalls (zunächst) zur Tragung der entsprechenden Kosten verpflichtet. Soweit andere zur Kostentragung verpflichtet sind, kann diesen gegenüber aber dann regelmäßig ein Kostenerstattungsanspruch aus so genannter Geschäftsführung ohne Auftrag bzw. gegenüber den Erben aus § 1968 BGB geltend gemacht werden.


4. Fußnoten


1. BGH III ZR 148/71, Urteil vom 20.09.1973
2. Gaedke, Jürgen; Diefenbach, Joachim: Handbuch des Friedhofs- und Bestattungsrechts. 10. Auflage Köln: Wolters Kluwer, 2010. - ISBN 978-3-452-27095-5 - S. 226f
3. andere Ansicht mit guten Gründen: LG Heidelberg 5 O 306/09 Urteil vom 31.5.2011


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