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Duales Prozessmodell der Trauer

Ein einflussreicher Ansatz, der stresstheoretische Grundlagen auf Trauer anwendet, ist das duale Prozessmodell der Trauerbewältigung von Stroebe & Schut, 1999. Sie sehen in einem Trauerfall eine Stress- und Krisensituation. Gewohnte Ressourcen zur Lebensbewältigung fallen weg und lösen Stress aus. Diese auslösenden Faktoren werden im DPM zwei Lagern zugeteilt; erstens in Stressoren, die mit dem Verlust zusammenhängen und zweitens in Stressoren, die mit der Wiederherstellung des eigenen Lebens einhergehen. Entsprechend dieser beiden Stressoren verläuft auch die Bewältigung der Trauer. Zum einen findet die Bewältigung von Trauer verlustorientiert statt: also in der direkten Auseinandersetzung mit z.B. dem Verlust, den Umständen des Todes, der Beziehung zum Verstorben, den Erinnerungen, dem Betrachten von Bildern etc. und zum anderen wiederherstellungsorientiert, also in der direkten Auseinandersetzung mit z.B. finanziellen Problemen, dem sozialen Umfeld, etc.

Verlustorientierte und wiederherstellungsorientierte Bewältigung kann nicht zugleich betrieben werden. Eines von beiden muss immer vermieden werden. Die Betroffenen wechseln von einem Zustand zum anderen, sie entscheiden darüber, was für sie gerade gut oder was gerade notwendig ist. Trauern ist diesem Modell entsprechend ein dynamischer Prozess, in dem die Betroffenen zwischen beiden Bereichen pendeln. Innerhalb eines jeden Bereiches können die Betroffenen eine Vielzahl an Gefühlen erleben - von sehr positiven bis zu sehr negativen Gefühlen.


Weiterführendes


Weblinks


1. Newsletter Trauerforschung im Fokus: Darstellung der Grundprinzipien des Dualen Prozessmodells der Trauerbewältigung


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