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Komplizierte Trauer

Sprach man früher von pathologischer (krankhafter) Trauer, haben sich heute die Begriffe erschwerte, traumatische, verlängerte oder komplizierte Trauer etabliert. Damit wird darauf hingewiesen, dass nicht die Reaktionen unangemessen sind, sondern dass bestimmte Risikofaktoren den natürlichen Trauerprozess erschweren bzw. dass besondere Umstände das Leben des trauernden Menschen besonders kompliziert machen.

Es ist nicht einfach Kriterien für komplizierte Trauer zu finden und Forscher sind sehr zurückhaltend, wenn es darum geht normale von komplizierter Trauer zu unterscheiden. Als komplizierte Trauerreaktion wird in der Regel ein eher chronischer Zustand beschrieben, der über sehr viele Jahre kaum vermindert besteht. Es bleibt bei einer hohen Belastung der Betroffenen, meist begleitet von psychischen und somatischen Beschwerden. Eine komplizierte Trauerreaktion kann entstehen, wenn verschiedene Faktoren zusammenkommen und sich gegenseitig verstärken. Das können beispielsweise eine hinderliche Bewältigungsstrategie, mangelhafte soziale Unterstützung, dysfunktionale Gedanken oder auch das exzessive Beschäftigen mit dem Verlust sein. Es handelt sich laut dem Wissenschaftler Hansjörg Znoj dabei um einen Aufschaukelungsprozess, der sich mit der Zeit verselbstständigen kann.

Da die Unterscheidung von normaler und komplizierter Trauer sehr schwierig ist, sollte die Diagnose nur Fachleuten überlassen werden. Die Trauerforschung hat gezeigt, dass bei komplizierten Trauerverläufen eine Psychotherapie am hilfreichsten ist. Es darf nicht vergessen werden, dass nur fünf Prozent der Trauernden einen komplizierten Trauerverlauf aufweisen.


Weiterführendes


Weblinks


1. Trauerportal Gute-Trauer.de

2. Newsletter Trauerforschung im Fokus:

- Kognitive Verhaltenstherapie bei komplizierter Trauer

- Komplizierte Trauer und damit verbundene Fragen im Hinblick auf DSM-5

- Der jüngere Bruder der PTBS: Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Komplizierter Trauer und Posttraumatischer Belastungsstörung


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