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Standsicherheit



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Abgestütztes Grabmal, dessen Standsicherheit nicht mehr gewährleistet ist.

Friedhofssatzungen schreiben einen Mindeststandard für die Standsicherheit eines Grabmals vor. Ein Grabmal muss so aufgestellt und im Boden verankert sein, dass es einen sicheren Stand hat. Ansonsten darf es es nicht aufgestellt werden.

Einmal jährlich nach dem Ende der Frostperiode muss die Standsicherheit üblicherweise von der Friedhofsverwaltung überprüft werden. Diese Überprüfung kann gebührenpflichtig sein. Die Verwaltung kennzeichnet lockere Grabmale mit aufgeklebten Zetteln und sperrt akut umsturzgefährdete Grabmale ab. Finden Grabnutzer an Ihrem Grabmal einen solchen Hinweis, müssen sie für die Wiederherstellung der Standfestigkeit sorgen. Dies geschieht meist unter Zuhilfenahme eines Steinmetzbetriebes.



1. Technische Vorschriften


Der Bundesinnungsverband der Steinmetze BIV ("Richtlinie für die Erstellung und Prüfung von Grabmalanlagen") und die Deutsche Natursteinakademie DENAK ("TA-Grabmal") haben jeweils Richtlinien erstellt, nach denen Grabmale sicher errichtet und Standsicherheitsprüfungen durchgeführt werden können. Die Friedhofsverwaltungen berufen sich in ihren Satzungen gewöhnlich auf eine dieser Richtlinien.


2. Verkehrssicherungspflicht


Diese verlangt auch unabhängig von den technischen Vorschriften, dass Grabnutzer Grabmale sicher aufstellen (lassen) und Grabnutzer sowie Friedhofsverwalter dafür sorgen, dass die Standfestigkeit regelmäßig geprüft wird.


3. Nichteinhaltung der Vorschriften und Schadensfälle


Hält sich der Steinmetz beim Aufstellen des Grabmals nicht an die technischen Regeln, hat der Kunde ein Recht auf Nachbesserung. Sorgt der Steinmetz nicht für die geforderten Nachbesserungen, hat der Kunde – je nach konkreter Situation – verschiedene Möglichkeiten zu reagieren: Er kann den Nacherfüllungsanspruch gerichtlich geltend machen, den Mangel selbst beseitigen und die Kosten geltend machen, vom Auftrag zurücktreten, eine Minderung der Rechnung oder Schadensersatz verlangen. Seine Ansprüche verjähren allerdings nach fünf Jahren. Die Situation ist komplizierter, wenn ein zweiter Steinmetz beauftragt wird. Hier muss im Einzelnen geklärt werden, welche Leistungen dieser und welche der erste zu erbringen hat.

Ist ein Grabmal locker, muss der Grabnutzer veranlassen, dass das Grabmal wieder befestigt wird. Werden Personen aufgrund einer Nichteinhaltung der Verkehrssicherungspflicht verletzt, haften sowohl Friedhofsträger als auch Grabnutzer gegenüber den Geschädigten.
Der Steinmetz haftet unmittelbar nur dem Kunden, nicht etwa unmittelbar einem geschädigten Friedhofsbesucher, und nur dann, wenn er für den Mangel verantwortlich ist.


4. Ratschläge zur Haftungsvermeidung


Dem Kunden kann eine Dokumentation über das Aufstellen des Grabmals helfen, die vom Steinmetz erstellt wird. Dies
gewährleistet nur die Richtlinie "TA-Grabmal" der Deutschen Natursteinakademie. In der Richtlinie des Bundesinnungsverbandes ist solch eine Dokumentation nicht vorgeschrieben. Auch wenn damit Mehrkosten verbunden sind, schützt es den Kunden vor Schadensersatzansprüchen und hilft, Unfälle zu vermeiden. Wegen der regelmäßigen Standsicherheitsprüfungen sollte der Kunde bei der Friedhofsverwaltung nachfragen, ob diese die Standsicherheitsprüfung mit übernimmt; das ist meist der Fall.


5. Weblinks


1. Ratgeber von Aeternitas: Die Standsicherheit des Grabmals

2. Richtlinien des Bundesinnungsverbandes: Richtlinie für die Erstellung und Prüfung von Grabmalanlagen

3. Richtlinien der Deutschen Naturstein Akademie: TA-Grabmal


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