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Zentrales Testamentsregister


1. Begriff, Sinn und Zweck


Sinn und Zweck des Registers, welches zum 01.01.2012 eingeführt wurde, ist es, das Auffinden von Testamenten oder anderen für die Erbfolge wichtigen Urkunden zu erleichtern. Bis Ende 2011 war es sehr schwierig diese im Todesfall zu finden.
Es handelt sich um ein von der Bundesnotarkammer geführtes elektronisches Register in dem Daten zu erbfolgerelevanten Urkunden (z.B. Testamenten und Erbverzichtserklärungen) gespeichert werden, die von Notaren aufgenommen oder von Gerichten verwahrt werden.


2. Inhalt


Notare, die solche Urkunden aufnehmen/ verwahren, müssen der Registerstelle melden:
- Persönliche Daten des Erblassers (Name, Geburtsdatum, Geburtsort).
- Angaben zur Urkunde (Um was für ein erbfolgerelevantes Dokument handelt es sich und das Erstellungsdatum des Dokumentes).
- Angaben zur Verwahrstelle (Wo wurde das Dokument hinterlegt und Aktenzeichen oder Verwahrnummer des Dokumentes).
- Die Daten des Notars.

Es wird nicht der Inhalt des Dokumentes übermittelt, die Daten dienen nur der leichteren Auffindbarkeit, denn die Registerstelle wird über alle Todesfälle in Deutschland unterrichtet und überprüft dann, ob ihr erbfolgerelevante Urkunden gemeldet wurden. Die Einzelheiten zu den entsprechenden Urkunden teilt die Registerstelle dann dem zuständigen Nachlassgericht und der Verwahrstelle (hier dem Notar) mit.

Neben notariellen Urkunden werden von den Gerichten auch die in deren Verwahrung genommenen Testamente bzw. dessen Daten beim zentralen Testamentsregister gespeichert.
Privat verwahrte Testamente können nicht gemeldet werden, so dass die Auffindungsschwierigkeiten bei diesen weiter bestehen.


3. Kosten


Die Registrierung bei der Notarkammer kostet 15,00 bzw. maximal 18,00 ¤. Dieser Betrag ist einmalig bei Errichtung des erbrelevanten Dokumentes bzw. Hinterlegung mit zu bezahlen. Er deckt sämtliche Kosten der Registrierung, eventueller Berichtigungen, Ergänzungen und Folgeregistrierungen sowie der Benachrichtigungen im Sterbefall ab.


4. Nacherfassung von älteren Urkunden


Das Register musste gesetzlich bis Ende 2016 vollständig sein, bis dahin hatten die Standesämter die entsprechenden bis 2012 gespeicherten Daten an die Registerstelle zu melden1.


5. Verfahrensablauf im Sterbefall


Grundsätzlich muss von den Hinterbliebenen bezüglich des Registers nichts unternommen oder beantragt werden. Sämtliche Benachrichtigungen geschehen „automatisch“. Auch nach den Testamenten bekannte Erben/ bekannte Pflichtteilsberechtigte werden grundsätzlich von dem zuständigen Nachlassgericht benachrichtigt. Sollte ein Betroffener ausnahmsweise keine Nachricht erhalten, so kann er eine Anfrage beim zuständigen Nachlassgericht stellen, ob eine Nachlassakte angelegt wurde und insbesondere ob eine Testamentseröffnung vorgenommen wurde oder demnächst stattfinden soll. Das zuständige Nachlassgericht ist das Amtsgericht am letzten Wohnsitz des Verstorbenen (§ 343 FamFG).


6. Fußnoten


1. https://www.testamentsregister.de/tvue/tvue-001/verwahrungsnachrichten

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