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Umbettung bei krankheitsbedingtem Umzug zulässig

Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz trifft bürgerfreundliche Entscheidung | | 0 Kommentare |

Umbettung bei krankheitsbedingtem Umzug zulässig
Die Umbettung einer einmal bestatteten Leiche kann nur aus einem wichtigen grund verlangt werden, der im Einzelfall schwerer wiegt als die Totenruhe.

Diesen wichtigen Grund hat das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz (OVG) mit rechtskräftigem Urteil vom 20.04.2004 für den Fall eines Umzugs wegen plötzlicher Krankheit angenommen.
Die Klägerin beantragte die Umbettung im vorliegenden Fall, da sie aufgrund einer nicht vorhersehbaren Erkrankung und dem daraus folgenden nicht geplanten Umzug nicht mehr in der Lage war, vom neuen Wohnort aus die Grabpflege vorzunehmen.

Das OVG Rheinland-Pfalz hat in diesem Fall das vorliegen eines wichtigen Grundes gesehen und der Umbettung zugestimmt. Der bloße Wohnsitzwechsel eines nahen Angehörigen, auch aus Alters- oder gesundheitlichen Gründen, sei aber für sich genommen noch kein wichtiger Grund für eine Umbettung, da solche Veränderungen in einer mobilen Gesellschaft normal seien und schon bei der Wahl des ersten Bestattungsortes mitbedacht werden müssen.

Im vorliegenden Fall nahmen die Richter einen wichtigen Grund an, da die Klägerin anfangs die feste Absichthatte, das gemeinsame Haus weiter zu bewohnen. Unmittelbar danach habe sich ihr Befinden aber plötzlich und unvorhergesehen so verschlechtert, dass der Wegzug unvermeidlich geworden sei. Diese Gründe seien untypisch und wögen so schwer, dass die Achtung der Totenruhe dahinter ausnahmsweise zurücktreten müsse.

(Quelle: Pressemitteilung des OVG Rheinland-Pfalz)

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