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Anzeigenwerbung: "Bestattungen ab ... Euro" mit Vorsicht genießen!

Preisklarheit und Preiswahrheit gelten auch für Bestattungsunternehmen | | 0 Kommentare |

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Bestattungen kosten zwischen 2.000 und 13.000 Euro inklusive der Grabstelle, Grabmal und Gärtnerleistungen, die reinen Bestatterkosten belaufen sich in der Regel auf eintausend bis viertausend Euro. Aus diesem Grund verwundern Anzeigen einiger Bestatter, die "Bestattungen" zwischen 500,- und 600,- Euro anbieten. Aeternitas mahnt die Verbraucher zur Vorsicht bei solchen Angeboten, die die tatsächlichen Kosten einer Beisetzung verheimlichen.

Auch Bestatter müssen sich an die gesetzlichen Vorgaben zum Verbraucherschutz halten. Die wichtigste Vorschrift ist die Preisangabenverordnung, die bundesweit Gültigkeit hat. Alle Bestatter sind an die darin festgelegten Grundsätze von "Preisklarheit" und "Preiswahrheit" gebunden.

Preisklarheit bedeutet, dass die Aussagen zum Preis unzweideutig, also klar und verständlich, sein müssen. Preiswahrheit bedeutet, dass für jeden einzelnen Leistungsbereich ein fester Preis angekündigt und eingehalten werden muss.

Wenn in Werbeanzeigen mit Aussagen wie etwa "Bestattung ab 490,-EUR" geworben wird, dann gelten auch für solche Angebote die Grundsätze der Preisklarheit und der Preiswahrheit. Solche Preisangaben müssen also ebenfalls den Endpreis einschließlich aller wesentlichen Nebenleistungen und der Mehrwertsteuer enthalten.

Die Grabnutzungsgebühren sind in solchen "Angeboten" jedoch zumeist nicht enthalten. Sie machen in den meisten Städten ein Drittel und mehr der Gesamtkosten einer Bestattung aus und sind daher wesentlicher Bestandteil jeder Bestattung.

Da im allgemeinen Sprachgebrauch unter "Bestattung" der gesamte Bestattungsvorgang von der Abholung des Leichnams bis zur Beisetzung verstanden wird, muss die Preisangabe in der Werbung auch alle diese Kosten, insbesondere auch die öffentlichen Gebühren für den Erwerb einer Grabstelle enthalten. Der Zusatz im "Kleingedruckten", etwa nach dem Schema "zzgl. Gebühren" ist daher als rechtlich bedenklich einzuordnen.

Hierdurch werden die tatsächlichen Kosten der Bestattung, die deutlich höher liegen, verschleiert. Bei irreführender Werbung mit unvollständigen Preisangaben hat jeder Verbraucher die Möglichkeit, beim Ordnungsamt Beschwerde einzureichen.

Eine Liste von Betrieben, die sich zu klarer Preisauszeichnung und zur Erstellung von verbindlichen Kostenvoranschlägen verpflichtet haben, finden Sie unter: www.gute-bestatter.de

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