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Sargpflicht bröckelt

Berlin ermöglicht Bestattung im Leichentuch - zieht Bayern nach? | | 0 Kommentare |

Sargpflicht bröckelt
Die Pflicht, Leichen ausschließlich in Särgen zu beerdigen, erfährt nach und nach weitere Ausnahmen. In Baden-Württemberg kann bereits seit 2009 in Fällen, in denen die Religionszugehörigkeit eine Bestattung ohne Sarg vorsieht, der Deckel des Sarges bei der Bestattung abgenommen und neben den Sarg in das Grab gelegt werden, solange keine gesundheitlichen Gefahren zu befürchten sind.

Nun hat auch das Land Berlin diese Ausnahmemöglichkeit geschaffen. Durch das zum Jahreswechsel in Kraft getretene Partizipations- und Integrationsgesetz wurden die Regelungen des Berliner Bestattungsgesetzes geändert. Abweichend von der Pflicht, in einem Sarg zu bestatten, können Leichen nun aus religiösen Gründen auf bestimmten Grabfeldern ohne Sarg in einem Leichentuch bestattet werden. Es wird damit die Bestattung im Leichentuch ermöglicht, einer traditionellen, vom Koran vorgegebenen muslimischen Bestattungsform. Ganz kann auf den Sarg dennoch nicht verzichtet werden: Die Leiche ist auf dem Friedhof bis zur Grabstätte in einem geeigneten Sarg zu transportieren.

Auch der Freistaat Bayern arbeitet an einem Integrationsgesetz. Nach einem Gesetzentwurf der SPD-Fraktion des bayerischen Landtages, der unter anderem auch islamischen Religionsunterricht als Pflichtfach vorsieht, sollen in Zukunft Bestattungen auch im Leinentuch zulässig sein.
Es ist eine angeregte Diskussion im Landtag zu erwarten, falls der Gesetzentwurf vom 27.01.2011 zur Debatte gestellt wird.

Dateien zu diesem Artikel zum Download:
  Partizipations- und Integrationsgesetz des Landes Berlin ( 146 Kb )
  Gesetzentwurf - Drs. 16/7033 v. 27.01.2011 ( 280 Kb )

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