"Sechswochenamt" - Film zum Thema Trauer
Kinostart am 18.06.2026

Das autofiktionale Langfilmdebüt "Sechswochenamt" der Drehbuchautorin und Regisseurin Jacqueline Jansender beschäftigt sich auf einfühlsame und vielfältige Art mit dem Thema Trauer. Beindruckend war die Resonanz auf die Premiere beim Filmfest München im Jahr 2025: In gleich drei Kategorien gewann "Sechswochenamt" Preise. Weitere nationale und internationale Festivals und Preise folgten. Der Film widersetzt sich ungewöhnlich vehement der Scheu, von der die Themen Tod, Sterben und Trauer häufig begleitet werden, und begeistert durch seine ergreifende Nähe. Ab dem 18.06. ist der Film im Kino zu sehen.
Zum Film:
Mit dem Tod ihrer Mutter reißt es Lore (25, gespielt von Magdalena Laubisch) den Boden unter den Füßen weg. Während ihr Inneres in einen nie dagewesen Ausnahmezustand fällt, gerät auch die Außenwelt aus den Fugen. Die Corona-Pandemie bricht aus, und ein Nebel aus Isolation und Einsamkeit legt sich über die rheinische Kleinstadt, in der die Menschen zu empathielosen Einzelkämpfern verkommen. Lore verliert den Glauben an das Miteinander.
Inmitten dessen archiviert sie das Leben ihrer Mutter für immer und ringt nach Kräften, um einen Weg der gemeinsamen Verabschiedung zu finden. Dabei muss sie sich den unterschiedlichen Formen des Trauerns innerhalb der Familie und den wie Automatismen auf sie einprasselnden Konventionen stellen.
Die Tage und Wochen verstreichen, und es scheint, dass Lore in einer absurden Symbiose mit der pandemischen Ausnahmesituation zu leben beginnt. Mit der Auflösung der Mietwohnung, in der sie noch ein letztes Mal unterkommt, wird ihr bewusst, dass sie nie mehr in das Zuhause ihrer Kindheit zurückkehren kann.
In einem letzten Kraftakt schafft sie es, allen Widrigkeiten zum Trotz, eine Verabschiedungsfeier zu organisieren. Dass diese im Schlafzimmer ihrer Mutter stattfindet, erscheint am Ende als fast logische Konsequenz von sechs Wochen Ausnahmezustand. Sechs Wochen, in denen Lore lernt, ihre Trauer zuzulassen, um nicht von ihr aufgefressen zu werden. Dass die Endlichkeit des Lebens geplant werden muss und dass es keine Antwort auf die Frage gibt: Wie trauert man richtig.